Superkarpata 2013 I. Etappe Version 2.00

Die Vorbereitungen…

Nachdem wir bei der 9. Superkarpata unsere ersten Erfahrungen sammeln konnten, galt es in diesem Jahr bei den Vorbereitungen noch gewissenhafter vorzugehen.

Im hohen Norden wird fleißig gewerkelt, Der Harms tüftelt an einem Doppelmotorsystem für seinen Volvo. Was bei den alten russischen Schützenpanzern funktioniert hat muss sich auch in einen Volvo integrieren lassen. Es ist nur noch unklar ob die beiden Kraftpakete parallel oder in reihe geschaltet werden sollen um die dann möglichen 234PS zu entfesseln.

Die vorläufige Anordnung der Triebwerke auf dem Prüfstand (rechts), minimale Abstimmungen müssen noch vorgenommen werden aber die Messergebnisse sind viel versprechend.

Yankee verbaut wieder die schnellen Achsen, die sich schon auf der Pomerania bewährt haben und beglückt die Beifahrerfraktion mit hilfreichen Details wie Waffelboardschnell- verschlüssen, Energydrinkhaltern und Staunetzen.

 

Fireman hält sich eher an seine bewährte Technik, feilt aber hier und da an Feinheiten wie einer strömungsoptimierten Tankeinfüllenlage.image007

Zur Gewichtsoptimierung des Fahrwerks werden klappernde Kleinteile ersatzlos ausgebaut. Dieses Jahr wird auf eine völlig neu entwickelte, mechanisch weniger störanfällige Geheimtechnologie gesetzt.

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In Sachen Filtertechnologie wird auch ein neuer Weg beschritten, das Team setzt auf sogenannte predusted Filter, die auf Grund ihres früheren Kontaktes mit Feindstaub etc weniger anfällig für Verstopfungen sind.

 

image009 Es gibt natürlich auch echte Neuheiten wie eine Hydraulikpumpe für die Backwinch, die direkt vom Motor angetrieben wird und nicht wie letztes Jahr elektrisch.

 

 

 

 

 

 

Freitag 17. Mai “ Die Anfahrt“

 

Obwohl ich schon Urlaub habe muss ich mich früh noch einmal in die Firma quälen um einige Kleinigkeiten zu erledigen. Etwas Ablenkung am Morgen ist nicht schlecht, die Koffer sind eh schon seit einer ganzen Weile gepackt und so vergeht die Zeit etwas schneller, bis ich zu unserem Treffpunkt aufbrechen kann.

Pünktlich werde ich mit dem Larstransporter bei einem Arbeitskollegen der nah an der Autobahn wohnt abgeholt. Bei dem nächsten Stop an der tschechischen Grenze kann ich endlich das ganze Team begrüßen, die Sitzplätze werden neu verteilt, da es dank der sommerlichen Temperaturen im Transporter sehr kuschelig ist.

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Zwischen Dresden und Prag gibt es seit Jahren Probleme die letzten Autobahn- kilometer fertig zu stellen und so müssen wir wieder Umwege fahren.Diesmal aber gemütlich über Usti nad Labem durchs Elbtal, wo unser erster Stau auf uns wartet. Allerdings ein Stau mit Kulturprogramm es gibt viel zu sehen…

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Unter anderem die Burg Schreckenstein oberhalb der Elbe und die Staustufe direkt am Fuß des Felsens.

 

 

Wir kommen abgesehen von einmal Kühlwasser nachfüllen und einer kleinen Scheibenwischerreparatur am LKW ohne Zwischenfälle nach Mitternacht an dem Campingplatz Paula an.

Meine müden Augen erkennen in der Dunkelheit einen Uniformträger am Straßenrand und ich denke mir „ na toll, an den Grenzen sind wir diesmal überall einfach so durchgeflutscht und direkt am Ziel wartet so ein….. „   das Ganze entpuppt sich aber als übler Streich des Alten Schweden, der uns zwar in Uniform aber dafür mit kaltem Bier empfängt … also noch mal Glück gehabt… die Dauercamper im Eingangsbereich haben weniger Glück, wir laden noch mal eben „schnell“ die drei Volvos ab und beziehen unser Nachtlager am anderen Ende des Platzes.

 

Samstag 18. Mai 

 

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Wir frühstücken gemütlich mit dem AS und Kimo und der sonnige Morgen wird nur durch einen Rasentrimmer schwingenden Hausmeister getrübt, aber bald ist auch der letzte Halm gestutzt und es kehrt Ruhe ein… wenn jetzt nicht dieses ständige Motorengeboller wäre, nach und nach treffen andere Teams ein.

 

 

 

 

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Der restliche Tag wird mit nervenaufreibenden Tuningaufgaben an den Volvos verbracht… wo kann man die Sponsorenaufkleber am Besten platzieren um mehr Windschlüpfrigkeit zu erzeugen ??

 

Die Wiese füllt sich langsam, Red Ants Maroda campieren direkt neben uns und nutzen am Abend Freds Grillkünste. Es gesellen sich immer mehr alte bekannte Gesichter in die Runde, Kurt von Black Magic ist da, ein paar Jungs von LS tech … die Vorfreude ist bei allen groß und bis spät in die Nacht werden alte und neue Geschichten erzählt. Ich liege direkt neben der Runde im Zelt und versuche mich gewissenhaft mit gesundem Schlaf auf den kommenden Starttag vorzubereiten, kann aber lange vor lachen nicht einschlafen… meinem eigenen…

image002 Fred in seinem Element… grillen für hungrige Meute….

 

 

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Kleine Warnung an die Karpatenbären/ -innen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag 19. Mai  „Start in Halbturn“

 

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immer hungrige Fotografen

 

Es ist soweit, nach nur einem Jahr Wartezeit rollen wir wieder auf den Schlosshof in Halbturn frisch mit neuen Startnummern beklebt und der aktuellen Sponsorenwerbung versehen glänzen die Volvos stumpfmatt im Sonnenschein. Der Morgen zieht sich etwas in die Länge bis es nach der Teamvorstellung endlich zur Sache geht…

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das Team

 

 

 

 

Bei der Teamvorstellung verstecken sich unsere (zumindest bei der SK) Neuzugänge mit einem maximalen Sicherheitsabstand zu unserem frechen Moderator Yankee.

 

 

 

 

 

…..es steht erstmal eine eher offroaduntypische Aufgabe auf dem Plan …. Limbo.

Limbo???… Im Ernst hier stehen fast 100 gestandene Männer und Frauen auf dem Platz und wir sollen Partyspiele machen?  Naja … jedes Team solle einen Teilnehmer für diesen Wettkampf stellen. Unser Favorit Fireman scheidet leider aus, er ist als kleines Kind zur Wintersonnenwende in den Zaubertrank des Dorfdruiden gefallen und gewinnt seither auf jeder Kirmes derartige Wettkämpfe.

image003Um die Chancengleichheit zu wahren, fällt die Wahl auf einen Außenseiter, unseren Zimmermann Julian, der sich zwar wacker schlägt aber letztendlich den Hauptgewinn nicht für uns einfahren kann. Der von  OVERLAND technics gestiftete Hi-lift wird von anderen Tänzern durch Rumänien bugsiert werden müssen. (…irgendwo in den Tiefen unserer Bruttoregistertonnen fassenden Laderäume gibt es einen Ort, an dem sich so ein ebenso gefährlicher wie nützlicher Wagenheber befindet….)

Das Limbo tanzen war das Vorgeplänkel für die eigentliche Prüfung. Es sollte eine Seilbrücke von einem Teamfahrzeug zum anderen über eine imaginäre tödliche Schlucht gebaut werden und ein Verletzter auf die andere Seite geborgen werden  Als zusätzliche Schwierigkeit war eine Hürde in der Mitte eingebaut die nicht berührt werden durfte und in der Höhe, der tiefsten erreichten Limbohöhe entsprach.

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Auf beiden Seiten wird geknotet und gefädelt, was das Zeug hält. Steffi ahnt noch nichts böses…. Yankee steht am Abgrund… Stephan gibt seiner Frau einen letzten Schubser….

 

 

 

 

 

Durch die enorme Höhe der Volvos haben wir eigentlich schon einen kleinen Vorteil, aber unsere Ausrüstung macht uns einen Strich durch die Rechnung, an der verwendeten Krankentrage hängen Fäden herab die eben diese Hürde berühren…. Wir waren einfach etwas zu hastig bei der Sache und bevor das Übel abgewendet werden kann, ist die Prüfung für uns vorbei und wir müssen ohne Zeitgutschrift in die erste Etappe starten.

Die Stimmung ist kurz gedrückt, aber in der allgemeinen Vorfreude verfliegt das schnell.

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Freiheitsbrücke

Kurz darauf können wir uns auf die gefürchtete Überführungsetappe machen. Die Durchquerung Ungarns wird mit einer kleinen Budapeststadtrundfahrt versüßt.

Wir haben einen schönen Blick auf die Donau als wir die Freiheitsbrücke überqueren, umrunden den Heldenplatz und kommen wenige Meter weiter an dem berühmten Széchenyi Thermalbad vorbei.

 

 

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Heldenplatz

Die Fahrt zieht sich wieder wie letztes Jahr extrem in die Länge. Bis kurz hinter die rumänische Grenze sind wir ein gewaltiger Konvoi aus 3 Volvos und 2 LKW, die später von unserem letztjährigen Bekannten Vlad in die Nähe des unbekannten Zielortes überführt werden.

Nachdem die Lkw´s in den frühen Morgenstunden endlich abgegeben sind versuchen wir noch dem Startpunkt am Prisloppass so nah wie möglich zu kommen und suchen uns erst sehr spät in der Nacht einen Schlafplatz auf einem total versifften Rastplatz.

 

 Montag 20. Mai

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close up Eumel mit Karpatenbär

Wir schlafen schlecht, kurz und die Jungs, die draußen nächtigen, werden auch noch vom Regen überrascht. Nach einem kurzen Frühstück geht es termingerecht zum Startpunkt. Vorher genehmigen wir uns noch einen kleinen Scherz mit Till und schicken Fotos von einem gefundenen Antriebswellenstummel, die sorgenvoll registriert werden… wir freuen uns diebisch über den gelungenen Spaß und Till kommt wahrscheinlich vor Sorgen um.

 

 

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nix geht über einen gut gelaunten Koch

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gemeiner friesischer Höhlenbär

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Nachdem wir uns über Serpentinen bis zum Prisloppass nahe der ukrainischen Grenze hochgeschraubt haben, können wir den herrlichen Blick über das umgebende Bergpanorama genießen. Mitten im Niemandsland gibt es eine ziemlich große Holzkirche, neben der gerade eine weitere kleine Kapelle gezimmert wird.

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Holzdetails für Julian

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir bekommen nach einer kurzen Ansprache, die in einem plötzlich beginnendem Sturm untergeht der nebenbei das Sponsorenzelt niederdrückt, rumänische handgemachte Brote und bestickte Deckchen für unsere Frühstückstische.

 

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… und natürlich bekommen wir auch das für die Navigation unerlässliche Kartenmaterial .. analog und digital

Wir fahren einige Meter in Richtung Startlinie und beginnen mit der Auswertung des Kartenmaterials. Es gibt dieses Jahr keine Checkpoints………….. ?????? dafür sind die Tankstellen im Korridor sind mit Navigationsaufgaben verschlüsselt bzw. man muss die Koordinaten mit Winkelangaben konstruieren…

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der erste Sturm verzieht sich

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Schafe und Ziegen auf der Flucht

 

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Hunger treibt ihn durch unsere Spurrillen

Der Start in Richtung Korridor lässt Erinnerungen an das letzte Jahr wach werden, es ist neblig wir haben Sichtweiten um die 50m. Wir haben es noch nichtmal richtig über die Startlinie geschafft, als Fireman schon das ersten Mal Öl nachfüllen muss.

Kurz nach der Startlinie stecken wir schon in der ersten Ziegenherde, Black Magic überholt uns voller Tatendrang und kurz darauf stecken wir alle zusammen schön im ersten Stau dieser SK … die Gründe für das stockende Vorankommen sind verschieden, bei HP von Blackmagic  steckt ein Baumstamm unterm Landy fest, der sich von Hand nicht bezwingen lässt. Kurzerhand wird von dem dahinterstehenden Volvo die Seilwinde aktiviert und dem Strunk wird gezeigt wo der Hammer hängt.

image004Wir versuchen noch eine Weile auf dem nachfolgenden abgeholzten Waldstück weiterzukommen, der Harms schafft es schon fast seinen Volvo am ersten Tag auf die Seite zu legen. Die von uns angepeilte Richtung scheint nicht fahrbar zu sein, man sieht überall in der Nähe Teams auf der Suche nach einem Weg umherstreifen.

 

 

 

Es geht langsam auf 19.00 zu und so beziehen wir unser erstes Camp im rumänischen Dschungel.

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Fanny ist uns mit ihrem Fotografenteam tapfer in den Spurrillen der Volvos seit dem Start gefolgt, die Drei schlagen ihr Zelt direkt neben uns auf… in sicherer Entfernung auf der gleichen Wiese campieren die Dirt Devils.

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Schwiegers Klopse aus Braunschweig

 

Herr Harms kocht uns Königsberger Klopse mit Reis und die Paparazzi von nebenan bekommen natürlich auch etwas davon ab.

 

 

 

Dienstag 21.Mai

Schon der zweite Tag im Korridor beginnt mit einem unerwarteten Highlight, unser Smut bereitet uns sein harmssches english Breakfast, so können wir irgendwo in der Pampa erstmal Rührei, Schinkenspeck und Bohnen geniessen. Das schindet mächtig Eindruck z B. bei den Dirtdevils, die mächtig lädiert von der ersten Nacht in der Wildnis, nach heissem Wasser für den Morgenkaffee schnorren. Wir hätten natürlich auch schon fertigen Espresso abzugeben, der wird aber ausgeschlagen… nuja… dann eben nicht

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Dirt Devils im Morgennebel

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Nicht unser Werk

 

 

 

 

 

 

 

 

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An dem sonnigen Morgen lassen um 08.15 die Motoren an, machen uns auf den Weg und kommen gut voran. Es geht über ausgewaschene Wege mit viel Schräglage, wir kommen an vielen Camps vorbei… andere Teams sind also am ersten Tag auch nicht viel weiter gekommen als wir. LS-tec frühstückt noch, Marc winkt uns aus sicherer Entfernung zu, wahrscheinlich ist er froh, das unser Treffen nicht unter den gleichen Bedingungen wie im Vorjahr stattfindet.

 

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Nach einer kurzen Bachdurchfahrt, bei der wir gleich unsere Brauchwasservorräte auffüllen, bekommen wir einen guten Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Wir kämpfen uns einen sehr steilen Berg hoch, kommen aber noch ohne Seilwinde aus, danach geht es über eine weite Wiese weiter. Dabei kommen Erinnerungen an die 9. SK hoch, zum Glück ist die Wiese trocken und wir haben keine Probleme.

 

Bei der Abfahrt auf der anderen Seite passiert allerdings schon ein kleines Malheur. Yankee büßt eine seiner hinteren Seitenscheiben ein, bei einer kurzen Rast um den Schaden zu verdauen, trösten uns die Jungs von LS-tec mit Gummibärchen… dieser Trost hält aber nicht lange vor, weil kurz darauf bei unserem Volvo die Scheibe des Beifahrers Opfer einer heimtückisch versteckten Wurzel wird.

 

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Unser Karpatenbär ist glücklich über seinen plötzlichen Reichtum… Diamonds are Karpatenbears best friends…

 

Der Weg hält weitere Gemeinheiten für uns bereit, wenige Meter weiter ist Yankee wieder dran.

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Ein Baumstumpf in der Wegmitte reißt ihm das Lenkrad aus den Händen und als es ausgetrudelt ist, hat sich das Lenkgetriebe verklemmt und bewegt sich keinen Millimeter. Dazu sieht es so aus, als ob die Lenkstange verbogen ist, wir stellen uns darauf ein das der Tag gelaufen ist und wir in diesem nassen Hohlweg übernachten müssen um die Lenkung zu reparieren…

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Helferbär

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinter uns bildet sich im Hohlweg langsam ein Stau, vorne dran die Roihesse Rangers, die geduldig warten. Das nächste Team dahinter kehrt um.

Wir brauchen eine ganze Weile um Yankees Volvo aufzubocken und im Hang gegen Abrutschen zu sichern… während sich der Großteil des Teams um die Reparatur kümmert, hatte ich das erste Mal das Vergnügen unseren Volvo komplett auszuräumen um an den Hi-lift, Unterstellböcke und den Riesenradmutternschlüssel zu kommen.

Während schon nach Möglichkeiten gesucht wird in diesem Feuchtbiotop zu nächtigen, löst sich zum Glück der gordische Knoten im Lenkgetriebe nach einigem Zureden mit einem Hammer doch noch.

Die Roihesse versuche ich mit ein paar Flaschen Bier, für die Wartezeit zu entschädigen. Vom ersten Auto wird das Bier abgelehnt, weil alle im Team Weintrinker wären, also versuche ich mein Glück beim zweiten Fahrzeug und siehe da…. Ich werde von glücklichen Augen angestrahlt…  würde mir zu denken geben, wenn ich nicht über die Grundbedürfnisse eines jeden im Team Bescheid wüsste.

image005 Nach diesem Schreck kommen wir wieder gut voran und treffen auf Argovia Power, mit denen wir einige Weiden überqueren. An einem frisch ausgehobenen Strassengraben müssen wir mit Waffelboards eine Brücke bauen, die auch gleich noch von den Schweizern genutzt wird. Danach trennen sich die Wege wieder und wir kämpfen uns im Nieselregen eine Lichtung bergauf. Dabei bin ich keine große Hilfe, da mir der Harms´sche Kaffee nicht bekommt.

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Irgendwann bei dieser Kletterei gibt bei Firemans Volvo die Bremse auf, zum Glück greift die Handbremse noch und wir können den Aufstieg fortsetzen, der natürlich wenn die Bremse schon mal nicht geht, nicht mehr enden will…

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In einem irrwitzigen Winkel ziehen (..naja zuckeln ..) dicke Buchenstämme an meinem Seitenfenster vorbei, bei dem jeder handelsübliche Neigungsanzeiger schon einen Überschlag anzeigen würde bzw einfach auf Anschlag wäre. Wir kommen dank 6×6 gut oben an und ich kann dem Harms schön von oben mit dem Baumankergurt entgegen sprinten. Nachdem ich zu Fuß wieder oben angekommen bin ist meine vorherige kaffeeverursachte Übelkeit nahezu vergessen. Auf einer sonnigen Lichtung kann Yankee endlich seine Buschmechanikerfähigkeiten ausspielen und repariert gekonnt Firemans kaputte Bremse indem er einfach eine Leitung unter dem Motto 5 Bremsen sind besser als keine, abklemmt.

Kurz darauf müssen wir den eben erst mühsam erkämpften Berg wieder runter. Auf der einen Karte ist ein Weg gekennzeichnet, der in einer anderen Karte als blaue Linie erscheint… und tatsächlich ist es eher ein Bach.

image009Ich laufe vorneweg und räume grobe Äste und dergleichen weg, damit sich nichts in den Antriebswellen und Achsen verklemmen kann. Obwohl der Regen inzwischen aufgehört hat geht es extrem feucht zu, die Fahrer sind von der schwierigen Abfahrt geschafft. Bergab ist bei den servosteuerfreien Volvos viel Muskelkraft gefragt um die Kastenbrote dort hin zu bekommen, wo man selbst will und nicht dahin was einem die Fallrichtung anbietet. Nach diesem Akt von laut Yankee „ Filigrantechnik vom Feinsten“ wollen wir an der nächsten Weggabelung eine kleine Rast machen, werden aber durch den Gestank eines Pferdekadavers davon abgehalten und fahren weiter.

Wir suchen nach einem Weg, im Korridor zu bleiben und fahren obwohl wir verschiedene Wege ausprobieren und auskundschaften, frustrierender Weise im Kreis.

Es ist schon nach 19.00 Uhr und wir müssen uns langsam auf die Suche nach einem Schlafplatz machen und wollen nur noch kurz auf den nächsten Berg fahren, in der Karte ist eine Lichtung eingezeichnet, die wir erreichen wollen. Uns trennt davon nur ein kurzer schlammiger Steilhang, den offensichtlich vor uns auch schon jemand gefahren ist. Fireman fährt als erster und muss kurz die Seilwinde zu Hilfe nehmen, Stephan und Yankee schaffen den Anstieg so. Die Zeit drängt langsam und Yankee ist bei einem kleinen Stop auf dem Waldweg etwas ungehalten am Funk, das ist von uns als voraus Fahrende aber kein böser Wille, der Weg ist einfach nur eine Sackgasse. Die rumänische Bergvegetation hat uns wieder einmal ein Schnippchen geschlagen und sich einen alten Forstweg zurück erobert.  Es ist keine Zeit mehr umzukehren und einen besseren Platz zu suchen, wir scouten noch solange es die Helligkeit zulässt nach einem Weg, aber das Gelände wird zunehmend unfahrbarer.

Die Stimmung ist in Hinblick auf die vertane Zeit und die Aussicht auf eine unbequeme Nacht am Boden. Der Wald ist zu feucht und zu eng für ein Feuer und es gibt am Hang keinen guten Platz um die Zelte aufzubauen. So muss sich fast jeder, nachdem uns der Harms Wurstbrät mit Kartoffelpüree gekocht hat, einen Platz in einem der Autos suchen. Lediglich Fred und Fireman schaffen es ihren Ostflügel des Schlosses notdürftig an den umgebenden Bäumen befestigt, aufzustellen.

 

Mittwoch 22. Mai

Nach einer ungemütlichen Nacht auf etwa 1200m geht es ungemütlich weiter, es regnet und der Weg den wir gestern mühsam hochgekommen sind, ist noch schmierseifiger geworden. Julian hat uns schon eine kleine Rangierbucht freigemacht und Monny dirigiert die Volvos per Funk zwischen den eng stehenden Bäumen. Der Weg ist so schlammig das wir um einen Windeneinsatz nicht herumkommen. In mehreren Stufen lassen wir die Fahrzeuge ins Tal hinab, als Fireman seinen Volvo abseilt, ist der Anschlagbaum kurz vorm nachgeben.

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Auf der Suche nach einem neuen Einstieg, verlassen wir den Korridor erstmal kurz aber es gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Wege sind mit privaten Schildern gekennzeichnet und es ist offensichtlich, das Offroadfahrzeuge unerwünscht sind, wir respektieren das und suchen nach einer kurzen Kaffeepause einen anderen Weg.

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Wir finden einen an einem verlassenen Bergwerk bei Valea Putnel, es geht wieder halsbrecherisch steile Bergwege hinauf, diesmal ist der Winkel den die Baumstämme am Fenster zeigen noch etwas steiler als am Vortag, ich klammer mich an umliegenden Gepäckstücken fest und hoffe das mir keine unsere Getränkekisten entgegen fliegt. Oben angekommen werden wir durch sehr bequeme Wege entlang an schönen Bretterzäunen entschädigt, zumindest solange, bis wir den Bergrücken wieder verlassen müssen. Es geht genau so steil wieder runter. Ein breiter, wenig griffiger Weg an dessen Ende einladend ein dicker Baum zum Notbremsen steht, der aber zum Glück nicht benötigt wird. Danach geht es auf Asphalt ( ! ) weiter, endlich mal etwas Entspannung. In Valea Putnel finden wir eine Tankstelle und pausieren kurz. Die anfängliche Skepsis des Tankwarts beim Anblick der dreckigen Autos verfliegt, als er merkt, das wir extrem viel Super Plus tanken. Seine Kassiererin macht noch einige Gruppenfotos mit uns und den Volvos.

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Anschließend geht es auf festen Strassen weiter, wir schrauben uns auf Serpentinen bis auf 1460m… der Motor brüllt und uns umgibt ein felsiges Bergpanorama. Die Strasse wird zusehends schmaler.

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Sicherheitsmaßnahmen der rum. Strassenverkehrsbehörde

 

 

 

 

 

 

 

Abwärts geht es auf einer einspurigen Strasse, die auf einer Seite nahezu senkrecht im Nichts endet, glücklicher Weise kommt uns auf der Strecke nur ein einziges Fahrzeug entgegen. Danach geht es gemütlich über eine Forststrasse und wir finden eine wunderbare Wiese für unser Nachtlager, auf der sich im vorderen Teil schon ein Watchteam niedergelassen hat.

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Hinter der Wiese führt ein Weg den Berg hinauf, auf dem sich diesen Nachmittag noch einige Teams versuchen werden. Wir bauen ganz in Ruhe unser Schloss Neuschwanstein komplett auf, sammeln Holz fürs Feuer. Julian baut sich im naheliegenden Bach eine Badewanne, indem er einen kleinen Staudamm baut.

 

 

 

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Die Jungs von LS-tec versuchen sich an dem Weg hinter unserer Wiese und lassen sich nicht überzeugen den Abend bei uns zu verbringen, weil sie an diesem Tag nicht genug Strecke gemacht haben. Nach einer Weile kommen die Lords of Darkness vorbei und versuchen sich am gleichen Weg. Nach 2 ½ Stunden sind die Jungs wieder da und bauen ihre Zelte neben uns auf. Der Koch verwöhnt uns an diesem Abend mit Gulasch und Spirelli als Nachspeise gibt es rote Grütze mit Vanillesoße. Von beidem gibt es wie immer reichlich, so viel das natürlich auch unsere Gäste satt werden.

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Feuerbär

Zu dem sehr schönen Abend am Lagerfeuer steuern die Schweizer Whiskey, Rotwein und wie es sich gehört, nein keine Schokolade, sondern Käse bei. Wir sind kurz davor unseren Status als Luxusreisegruppe abgeben zu müssen, als der Reisehumidor hervorgekramt wird und uns Zigarren angeboten werden.

Das Watchteam löchert uns mit neugierigen Fragen und hat auch einige Neuigkeiten von den anderen Teams für uns. Unter anderem die Horrormeldung von einem Landroverüberschlag beim Team Jamboo, bei dem aber zum Glück keiner ernsthaft verletzt wurde.

Für mich war dieser Abend eigentlich der schönste auf der ganzen Veranstaltung, irgendwo in der Pampa kann man völlig fremde Leute kennenlernen und aufgeregt die Erlebnisse der letzten Tage austauschen.

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Yankees Vorräte

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Julians Vorräte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag 23. Mai

 

Nach der kurzen Nacht zeigt uns der rumänische Wettergott mal wieder den Stinkefinger, es regnet. Julian ist am Morgen extrem verspannt und braucht ein paar Tropfen Medizin aus Eumels Wunderkiste um seine Badewanne nutzen zu können.

Pünktlich um 0800 gehen die Motoren an und wir verlassen den Korridor erstmal um etwas Strecke außerhalb zu machen. Einen neuen Einstieg zu finden, gestaltet sich schwierig, der Regen hat einfache Feldwege bis zur Unfahrbarkeit aufgeweicht. Wir müssen mehrfach neuen Anlauf nehmen und die Entscheidung ob ein Weg fahrbar ist oder nicht, wird durch Funkdurchsagen unserer „Scoutin“ , das der Weg kritisch aussehen würde, nicht einfacher.

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Unser Navigationsbär ist auch keine große Hilfe.

Die Wege werden zunehmend schlammiger und es ist neblig, da wird schnell mal ein Abzweig übersehen. Die Scouts erkunden eifrig die umliegenden Wege und Bachbetten. Nach einer Weile wird ein total easy Weg gefunden und wir ziehen schon nach kürzester Zeit auf einem kleinen Absatz die Gleitschutzketten von Ketten Klar auf.

 

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.. ich, fluchend im Hintergrund…

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Weil das im Schlamm so gut geht gleich mal alle 4 (vier). Bei 9.00 16er Reifen sind da einige Kilos zu bewegen aber ich merke am eigenen Leib, das sich die Mühe gelohnt hat. Sicherheitshalber laufe ich dem Volvo hinterher, falls sich eine der Ketten löst. Was natürlich eine scheiss Idee ist, wenn sich wirklich eine Kette lösen würde, müsste ich diesen Schlammbatzen den Berg hochschleifen.

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diesem Kollegen macht das Wetter bestimmt mehr Spaß

Zum Glück passiert nichts dergleichen aber ich komme auch ohne zusätzlichen Ballast halbtot oben an. Wir müssen wieder zu Fuß nach einem Weg suchen. Der Harms scheucht mich durch den feuchten Wald über Steilhänge und dergleichen und erzählt von irgendwelchen Verbindungswegen in seiner Karte…. nachdem wir eine schöne kleine Wanderung gemacht haben finden etwas fahrbares, was uns blöderweise wieder an den Ausgangspunkt zurück bringt.

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Streckenposten am Abstieg

 

Entmutigt waschen wir die Ketten in einem Bächlein am Wegrand, bevor wir den Korridor wieder verlassen. Ich habe kurz Netz und SMSe mit Till, der uns gutes Wetter voraussagt. Bei einer Kaffeepause füllen wir bei Firemans Volvo mal wieder Öl nach, die Öldruckanzeige flackert, das tut sie allerdings nur, weil das Kabel des Öldruckschalters auf dem Krümmer schmilzt.

Wir können eine Weile auf einer gemütlichen Forststrasse fahren, freundlich werden uns von Angestellten Schranken geöffnet, bis wir wieder zu Fuß Seitenwege ob ihrer Fahrbarkeit erkunden müssen.

Nebenbei versuchen wir, uns auf die Prüfung im Mittelziel vorzubereiten und sammeln original rumänischen Straßendreck ein, den ich in einem gewagten Versuchsaufbau auf der Getriebeabdeckung trocken will. Wir sollen jeweils 2x  1kg rumänische Muttererde mit einer bestimmten Korngröße mitbringen… unsere erste Bodenprobe sieht sehr vielversprechend aus.

 

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Monny überwacht das Geschehen am Herd

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Steffi 3000 hält den Yankee in Schach

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Fireman sichert hastig seinen Teller als die Fotografen auftauchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer eigentlich großzügig bemessenen Lichtung schlagen wir unser Nachtlager auf, haben aber trotzdem keinen Platz um uns richtig auszubreiten. Es sind Baumstümpfe im Weg und so können wir wiedermal nicht alle Zelte aufbauen. Der Regen nimmt stetig zu und wir versuchen unser Bestes das Camp Wetterfest zu bekommen. Mit Mühe schafft es Julian ein Feuer zu entzünden. Eine Weile nach uns treffen die Pinzgauer von Sauerer II ein. Sie schlagen ihr Lager 20m neben uns auf.

 

Es ist so ungemütlich das wir ohne bösen Willen von gegenseitigen Besuchen absehen.

Eigentlich wäre es interessant, mit den Saurern Erfahrungen auszutauschen, weil die Ausgangsposition mit den 6×6 getriebenen Militärfahrzeugen aus einer völlig anderen Zeit, trotz der unterschiedlichen Antriebskonzepte, relativ ähnlich sind.

Von dem Presseteam haben wir über Funk von einer Unwetterwarnung mit 100  l/m² Starkregen genau für unser Gebiet erfahren. Trotz der widrigen Umstände haben wir uns wieder zu einem gemeinsamen Nachtlager verabredet. Uns wäre das schlechte Wetter eigentlich gar nicht aufgefallen, weil wir im Minutentakt damit beschäftigt waren Wasseransammlungen auf unserem Tarp zu entfernen… was natürlich auch etwas Gutes hatte, Spülwasser in rauen Mengen. Das auch nötig war, weil uns der Harms Geschnetzeltes mit Spätzle gekocht hat.

Mit an übernatürlich anmutender Genauigkeit hält der graue Landy direkt zur Tellerausgabe neben uns und obwohl bei vielen die Stimmung wegen des Regens etwas gedrückt ist, kommt bessere Laune auf als wir die bekannten Gesichter der Fotografen sehen.

Es gibt wieder Geschichten von den anderen Teams zu hören… ganz wilde von den Dirt Devils… von Polizei und Festnahme, es kommen Sorgen wegen eines schon vor Jahren auffällig gewordenen Navigators auf… kann er dem Gefängnis noch ein Mal entkommen?? Mitten im Wald ohne Empfang fürs Telefon hört sich die Geschichte unglaublich gefährlich an.  Noch viel unglaublicher ist eine Geschichte über eine Ersatzteilbeschaffung der Dirt Devils, die Sie zu gegebener Zeit bestimmt hier (LINK) nachlesen können.

 

Ich bleibe trotzdem nicht lange in der Runde, begebe mich auf meine Rückbank und versuche inmitten unserer Ausrüstung zu nächtigen.

 

Freitag 24. Mai

 

Scheinbar habe ich in der Nacht Platzangst bekommen und eine der hinteren Seitenscheiben aus dem Rahmen getreten. Die Helligkeit in meinem sonst eigentlich düsteren Schlafgemach verwirrt mich, ungläubig schaue ich aus der Fensteröffnung, der Regen hat sich verzogen und die Morgensonne bringt die Umgebung zum dampfen.

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meine Höhle

Emmy durchstöbert das Camp auf der Suche nach essbarem, Alu hat scheinbar nichts übrig gelassen.

Nach dem Frühstück kümmern wir uns noch einmal um die Vorbereitung der Sonderprüfung. Da sich die erste Bodenprobe doch nicht als so optimal erwiesen hat, wird kurzerhand eine Neue handverlesen. Team Saurer beäugt unsere Aktivitäten kritisch und geizt nicht mit Kommentaren, während wir im Schlamm wühlen und für die perfekte Korngröße unserer Bodenproben sorgen. Unter den wachsamen Augen unseres Karpatenbären werden die Proben mittels einer selbst konstruierten Waage aufs erforderliche Gewicht gebracht.

Andere Teams machen es sich da im Supermarkt am Gemüsestand etwas einfacher.

 

 

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Beifahrerunwürdige Verhältnisse … trotz Unversalküchenmaschine muss ich selbst abtrocknen….

 

 

 

 

 

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Eichbär

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Waage

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Während das Fototeam den Landy ausräumt und Sachen zum trocknen aufhängt, scoutet Der Harms nach fahrbaren Wegen. Das Team Saurer II startet vor uns und bestätigt Stephans Wegauswahl. Es geht im Slalom durch einen gemütlichen Buchenwald, mehrere kurze Steilstücke fordern etwas Konzentration von den Fahrern und schließlich mündet der Weg in einem engen gewundenen Kerbtal, das zusehends schlammiger wird und in einem Bachbett mit groben Geröll endet.

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im Tal

Dieser schöne Weg wird unserem Geburtstagskind und Navigator Eumel gewidmet. Unten im Tal kommen wir in ein sehr schönes kleines Dorf mit herrlich verzierten Holzhäusern und fahren an einem verzweigten Fluss entlang. Wir finden eine gute Stelle um die vielen kleinen Seitenarme zu queren und müssen auf der anderen Seite wieder erstmal Wege erkunden. Die bergauf führenden Wege sind teilweise knietief schlammig oder mit Spurrillen versehen.

 

Fred hat scheinbar einen besseren Weg als ich gefunden aber Fireman hängt nach 50m fest.

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fachgerecht versenkt

Der Harms folgt trotzdem schon mal und variiert seine Route minimal. Er will an einem Felsbrocken vorbei und rutscht dabei mit der Hinterachse in die tiefe Spurrille und kippt auf die Seite. Zum Glück fällt der Volvo weich, selbst eine geöffnete Seitentür wird nur sanft aus den Angeln gehoben und bleibt unversehrt. Mittels Umlenkrolle und eigener Seilwinde wird der Küchenvolvo wieder auf die Beine gestellt. So kurz vor dem Mittelziel sitzt der Schreck trotzdem so tief, das wir uns entschließen, keinen der Wege weiter zu probieren.

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Bei uns verlässt der Kapitän noch stilecht als letzter das havarierte Kastenboot.

Nach der Bergung machen eine kurze Kaffepause, bei der unser Küchenmobil wieder einigermaßen aufgeräumt wird. Der Chefkoch sinniert wie er sich jetzt in diesem Durcheinander zurecht finden soll, ein simpler Lösungsansatz kommt von unserem Geburtstagskind.. er soll einfach nur um 90° umdenken. So wird auch der running gag der nächsten Tage geboren, alle Winkel werden ab jetzt in Harms gemessen 1 Harms entspricht 90° und zwar in jeder Dimension. So können zB 2 Harms auf der Strecke als Aufforderung zum Umkehren verstanden werden, 2 Harms seitlich sollte man tunlichst vermeiden, weil die Bergung eines Volvos der auf dem Rücken liegt zu zeitaufwändig ist. Nicht, das wir so was nicht könnten, aber irgendwie fahren wir ja auch eine Art Autorennen, da müssen auch gewisse Termine eingehalten werden.

Unser letzter Versuch die Ziellinie regulär zu überqueren scheitert leider an einer geschlossenen Schranke im Korridor und so bleibt uns nichts anderes übrig als regelkonform von außen zu queren. Spirits of Expedition kommen kurz nach uns an der selben Stelle an, wir pausieren kurz zusammen. Einige Minuten später kommen die Lords of Darkness auch noch dazu.

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Piratenjesus

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem Treffen suchen wir uns eine Einkaufsmöglichkeit in Piatra Neamt um unsere Vorräte aufzustocken, danach machen wir uns auf den Weg ins Zwischenziel. Es ist sonnig und wir rollen gemütlich über die Landstrasse vorbei an bunten Dörfern.

Das Zwischenziel in Targu Neamt  ist auf einer großen Wiese neben einer Pension eingerichtet, auf der wir unser Lager am hinteren Ende zwischen Balu und Fannys Fototeam aufschlagen.

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Eumel mit Geburtstagsbierchen

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Eumel mit Geburtstagstörtchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend hat unser Küchenteam endlich einmal Pause, weil wir von den Veranstaltern mit sehr deftiger rumänischer Kost versorgt werden. Es gibt Mici, die rumänische Version von Ćevapčići, dazu gibt es Speck und Bohnen.

 

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Monny und Fred freuen sich

 

Der Abend endet feucht fröhlich, die Dirt Devils (vollzählig) suchen uns heim und wollen uns nötigen, ein Feuer zu entzünden. Selbstlos sorgen die Jungs für Brennmaterial, wir schaffen es aber irgendwie, die Jungs von der Feueridee abzulenken, indem wir die wahren Geschichten hinter den Gerüchten der letzten Tage einfordern.

Die Jungs waren tatsächlich kurz davor einen kompletten Landrover als Ersatzteillager zu kaufen, weil bei einem ihrer Fahrzeuge das Ausrücklager defekt war. Letzten Endes wird das benötigte Ersatzteil  kostenintensiv auf anderem Wege organisiert.

Die wilden Geschichten nehmen kein Ende und so falle ich irgendwann erschöpft in tiefen Schlaf.

 Samstag 25.Mai

 

Trotz der langen Nacht stehen wir zeitig auf und frühstücken gemütlich an dem sonnigen Morgen. Es gibt Ausflugsmöglichkeiten in die nähere Umgebung, es soll ein Kloster besucht werden und ein Besuch in einem Wildgehege/Zoo ist auch geplant. Die Familie Harms kommt dem Angebot nach und fotografiert fleißig.

 

 

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das Fahrerlager

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Bedrockfrühstück

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Karpatenbär

 

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Fred mit Heimtücke am Werk

 

 

 

Überall im Camp wird an den Fahrzeugen gewerkelt, die letzten Tage sind bei kaum einem Team spurlos vorbei gegangen. Bei Firemans Volvo wird eine Achsmanschette repariert und gegen seinen Willen setzt Fred die Beleuchtung in Stand, die bei einer der letzten Pomeranias die Funktion quittiert hat.

 

 

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Plötzlich ist überall unsere Hilfe gefragt, die einen Nachbarn brauchen ein Schweißgerät ( das wir wegen eines fehlenden Kabels selbst erstmal buschmäßig reparieren müssen), der andere Nachbar braucht eine Madenschraube für eine Keilriemen- scheibe, die natürlich handgefertigt wird. Den Red Ants werden Unterlegscheiben gebastelt und Black Magic bekommt einen neuen Splint für den Deckel der Espressomaschine.

Am Nachmittag steht endlich die Sonderaufgabe auf dem Plan. Wir bekommen Baumstämme zugeteilt und sollen für die mittlerweile eingesammelten Bodenproben eine Abschussvorrichtung bauen. Hinter dem Camp ist eine Art Schießplatz eingerichtet, auf dem man sich Zeitgutschriften sichern kann.

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Baumaterial sichern

Sofort gehen mit uns die Pferde durch und wir überlegen, wie wir am besten eine Kanone bauen können, eine Art Vorderlader sollte relativ leicht zu realisieren sein. Bei der folgenden Besprechung platzt dieser Traum wie eine Seifenblase, jegliche Form von Kanonen sind nicht regelkonform. Es soll also ein Katapult gebaut werden, es dürfen alle verfügbaren Bordmittel genutzt werden, Seilwinden zum spannen, Federn…

 

 

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brainstorming

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das Konzept

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir entscheiden und relativ schnell für eine mittelalterliche Variante, wobei einigen die Funktionsweise erst nach einer Weile Bauzeit langsam einleuchtet. Es wird immer wieder nach Spannmechanismen und ähnlichem gefragt. Kurz gesagt ist Fireman unser Spannmechanismus und in Feinabstimmung mit dem Harms auch ein Teil des Matchabzugs.

 

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Julian kann beim Bau des Trebuchets endlich wieder seine Kettensäge in Betrieb nehmen, die restlichen Leute helfen beim Aufbau. Ich verziehe mich in den Hintergrund und bastel aus Kletterschlingen, Kabelbindern und Plastetüten die Schleuder, die am Ende des Wurfarms befestigt wird.

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finetuning

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die Nachbarn…

Wir befürchten das unser übermannshohes Bauwerk den Belastungen nicht Stand hält und verzichten auf den angebotenen Probedurchlauf, in letzter Sekunde werden noch Verbesserungen eingebaut, bevor es Ernst wird. Vor dem Schuss müssen noch einige Schaulustige aus dem Arbeitsradius der Höllenmaschine vertrieben werden und schon kann es losgehen… in völliger Synchronität lassen Fireman und Der Harms den Balken der Wippe los. Das Gegengewicht aus Schneeketten, Werkzeug und Wassersäcken saust dem Boden entgegen, leitet die Drehbewegung ein und die Schlinge mit der guten rumänischen Muttererde gleitet über die vorbereitete Bahn, entlässt die Munition in Richtung des Solardaches des nächsten Nachbarn. Wie ein kleiner Komet zieht der Erdbatzen seine Bahn bis in die zweite Zielzone…. Unser Jubel ist gigantisch. Das Gerät hat den ersten Schuss überstanden und wir machen uns sofort an den zweiten, diesmal wird offiziell angezählt … drei… zwei … eins…  FEUER…. Der zweite Erdbatzen fliegt genau so elegant wie sein Vorgänger, nur leider nicht viel weiter, was aber auch nicht weiter schlimm ist. Wir hatten jede Menge Spaß beim Bau und beim Schießen, nebenbei hat unser Katapult auch noch am besten funktioniert. Es gibt mehrere vielversprechende Konstruktionen, wie bei unseren Baunachbarn aus der Schweiz, deren Erdbatzen aber leider kläglich -1m vor der Startlinie zum liegen kommt.

Obwohl wir den ganzen Nachmittag weiter ballern könnten müssen wir unser Katapult leider wieder demontieren.

 

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Konstrukt von Balu

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zufriedene Schützen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jubel…… !

Gegen Abend gibt es wieder rumänische Spezialitäten aufgetischt, diesmal eine Art Gulasch mit Polenta, Schafskäse, sauer eingelegte Tomaten und Paprika.

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gleich wird Yankee angesprungen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nassrasur… pah….

Zu meinem Erschrecken merke ich das sich der Großteil des Teams mittlerweile einer Grundreinigung unterzogen hat. Ich beuge mich widerwillig dem Gruppenzwang und suche eine der schnell hergerichteten Duschen auf. Unserem Sanitärfachmann ist sofort aufgefallen, welchen Ursprungs die Duschen im Nebengebäude sind. Es gibt eine lustige Konstruktion, das der Brauseschlauch gerade so bis in den nicht abschließbaren Raum reicht.

Frisch gereinigt begebe ich mich wieder zum Gemeinschaftszelt, es gibt eine Rede vom Leiter des örtlichen Forstamtes, der uns sehr freundlich in seinen Wäldern begrüßt und auch für einige Lacher sorgt, weil er einige Vokabeln besser beherrscht als sein Dolmetscher. Bevor es zur Auswertung der ersten Etappe geht singt noch ein Kirchenchor für uns. Die Ergebnisse sind wie im letzten Jahr medial aufbereitet und wir können uns die Route eines jeden Teams anschauen. Nachdem ein kleiner Auswertungsfehler behoben ist rücken die Dirt Devils um 10 (zehn) Plätze vor und schieben uns auf den 14. Rang.  Unsere Jungs waren bei der Platzierungsfrage eher skeptisch, als ich am Vortag meinte das wir vielleicht auf dem 17. Platz landen könnten. Um so größer war die Freude das wir es mit unseren Dinosauriern wieder so weit nach vorne geschafft haben. Sehr gefreut habe ich mich für die Schweizer Black Magic, die es bis aufs Podest geschafft haben.

Der Abend endet auch wieder in Feierlaune, wenn auch nicht ganz so wie am Vortag, denn es geht ja am nächsten Morgen wieder ins rumänische Outback.

 

 

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