Superkarpata 2013 II. Etappe

Sonntag 26. Mai

Bei einem gemütlichen Frühstück gegen 07.00 Uhr verabreden wir uns mit Fannys Fototeam für ein gemeinsames Abendessen in den nächsten Tagen. Die Fotografen sollen versuchen ein Lamm zum Grillen zu organisieren, ich kann leider jetzt schon sagen, das dieser Versuch fehlschlagen wird. Da die Herden, die zahlreich im Korridor unterwegs sind, natürlich nicht den Schäfern gehören, gibt es keinen Weg an das begehrte Kleinvieh zu kommen. Gegen 09.00 gibt es bei (völlig überraschend) schönem Wetter eine Fahrerbesprechung, wir bekommen neue Spielregeln erklärt. In dieser Etappe ist es möglich im Nachhinein bei einer zweiteiligen Sonderaufgabe, insgesamt bis zu 4 Stunden Zeitgutschrift zu bekommen. Die Aufgabe wird natürlich noch nicht verraten, so das jedes Team spekulieren muss ob es die Prüfung überhaupt schafft und ob es ratsam ist diesen Zeitbonus in die Korridorplanung mit einzubeziehen. Da wir bei der letzten Prüfung als so ziemlich einzige eine Zeitgutschrift errungen haben und diese Aufgabe schon ein sehr großes Projekt war, können wir nur ahnen, was bei der doppelten Bonuszeit auf uns zukommen kann. Im Anschluss an die Besprechung erhalten wir bei der Abfahrt wie gewohnt das Kartenmaterial. Es wird wie im Vorjahr in umgekehrter Reihenfolge gestartet, was aber am Ende nicht viel bedeutet, weil wir erstmal unsere Vorräte aufstocken, die Karten auswerten und noch eine gemütliche Kaffeepause machen, bevor wir endgültig die rote Startlinie überfahren.

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Leider hat es kurz vorher geregnet und man sieht sie im Gelände nicht mehr. Nici un pic… fahren an uns vorbei, während wir unseren Kaffee genießen… es ziehen dicke dunkle Wolken auf. Der Einstieg in den Korridor ist nahezu klassisch, wir fahren auf einer Dorfstraße wo uns die Anwohner freundlich zuwinken. Die Straße wird zu einer halbwegs befestigten Forststraße, dann zu einem schmaleren Weg an einem Bach, der Weg hört auf und es geht in einem groben Bachbett weiter. Große Brocken liegen ohne System verstreut herum und es kommt zum obligatorischen Stau am Korridoreingang.

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Nach der steinigen Passage verlassen wir das Bachbett über einen steilen schlammigen Weg. Vor und hinter uns kämpfen sich viele Teams voran, wir überholen Argovia Power und stehen bald hinter Team Greenhorn, deren BMW in dem Bachbett einen Diffschaden am Vorderantrieb davongetragen hat. Die Jungs wollen nur noch über diesen einen Berg und dann eigentlich den Korridor verlassen. Damit das schneller geht hängen wir den BMW an Yankees Volvo und ziehen ihn einfach in unserem Tempo den Berg mit hoch. So kommen wir halbwegs normal voran, aber anderen Teams geht das trotzdem nicht schnell genug. Von hinten drängeln Mastalier und die Dirt Devils. Der Teufelnavigator Boris bekommt seine Rechnung prompt. Er steht im falschen Moment am falschen Ort, als Yankee aus Versehen das Windenseil des BMW von der Trommel abzieht und das Seil peitschenartig in Kopfhöhe durch die rumänische Prärie schnalzt. Ganz kurz ist Ruhe im Busch, zum Glück ist nichts passiert. Oben auf dem Bergrücken findet sich ein Plätzchen, an dem die Devils an uns vorbei ziehen können, mit freundlichen Wünschen verabschieden wir uns. Auf der anderen Seite geht es steil über enge Wege hinab, wir sehen noch wie die Devils an einem gegenüber liegenden Steilhang Gas geben und sich den Berg hochkämpfen. Bei uns dauert das natürlich alles wieder etwas länger, weil die Wege so eng sind, das wir in den Spitzkehren nur mit 20 Zügen um die Kurve kommen und im steilen Gelände 2 Leute einweisen müssen. Hinter uns folgt immer noch das Team Greenhorn. Wir folgen der Spur der Devils bergauf und schaffen das erste Stück, das so spektakulär aussah mit vollem Sperreneinsatz in einer akzeptablen Geschwindigkeit. Der Weg wird aber zusehends enger und das Gefälle ist auch nicht ohne.

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Hier und da müssen wir leider die auf die Wege nachgerückte Vegetation frisieren und bis wir den Gipfel erreicht haben auch mehrere Seillängen winchen. Dazu regnet es natürlich schön motivierend. Es gibt Passagen in denen Yankee etwas besser voran kommt, da kann ich mit dem Stahlseil im Schlepp den Berg hochsprinten…. Yankee???? Ähm ja irgendwie ist die Beifahrerordnung etwas durcheinander gekommen und ich gehe davon aus das irgendjemand von den anderen sich um meinen Fireman kümmert.

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Gelegentlich scoute ich etwas voraus und kann erstmal nichts Böses entdecken… bis auf den eigentlichen Gipfel. Aber von dem sind wir ja noch ein gutes Stück entfernt, ich habe zwar per Funk schon mal drauf hingewiesen, das da eine kleine Fahraufgabe wartet, aber das ist im allgemeinen Funkchaos untergegangen. Hinter uns staut sich langsam der Verkehr.. Greenhorn ist sehr geduldig, Black Magic ist plötzlich auch hinter uns, hat aber schon resigniert das Nachtlager aufgeschlagen. Die Tagesfahrzeit wird langsam knapp und wir haben noch eine schwierige Aufgabe vor uns. Auf der Bergkuppe muss ein großer Baum umfahren werden um auf einen Grat der den Berg hinab führt zu gelangen, das Ganze ist natürlich mit einer gehörigen Portion Schräglage gewürzt und es gibt im näheren Umkreis kaum Bäume die zum Sichern taugen. Da Umkehren jetzt keinen Sinn mehr macht muss Yankee als erster in den sauren Apfel beissen.

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Der Bergebär

Er wird an seinem Dachgepäckträger möglichst weit oben angebunden und sichert sich selbst mit seiner Winde vorn über eine Umlenkrolle. Zentimeterweise geht es vorwärts, die Seile müssen mehrfach umgehängt werden um etwas Steuerfreiheit zu bekommen. Als nächster kommt der Harms dran, der natürlich etwas sportlicher an die Sache rangeht und im Finale auf dem Grat nahezu das Sicherungsseil zum brennen bringt, das um den im Weg stehenden Baum geschlungen ist. Fireman profitiert vom fleissigen Wegebau den Julian und Steffi betreiben, bis zum Schluss schichten die beiden Steinbrocken in Löcher und Bodenwellen um den Weg etwas zu entschärfen und die Schräglage etwas zu minimieren.

 

 

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Gipfel des Grauens

 

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Die ganze Aktion wird von Black Magic begutachtet und zum Schluss mit Toblerone belohnt. Vielen Dank Carmen 🙂 ! Jetzt gilt es schnell einen Platz für die Nacht zu finden, wir können nicht besonders wählerisch sein, da die Zeit mittlerweile sehr knapp ist und so schlagen wir unser Lager nahezu mitten auf der Strecke auf. Der Harms kocht uns Nudeln al Bordolese und macht einen extrem leckeren Salat mit Schafskäse wovon wir alle, an diesem sonst eher ungemütlichen kalten Abend, reichlich satt werden. Julian schafft es ein vorbereitetes Schwedenfeuer in Gang zu bringen. Wir haben wieder nicht genug Platz um alle Zelte aufzuschlagen und so müssen Monny und ich wieder irgendwo zwischen Gepäckstücken in den Volvos schlafen.

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Montag 27. Mai

Heute müssen wir uns mit dem Frühstück und dem Lagerabbau sehr beeilen um vor den nachfolgenden Teams vom Fleck zu kommen. So lassen wir 07.45 die Motoren warm laufen und starten 08.01 Uhr. Leider müssen wir wieder die Geduld von Black Magic strapazieren, deren Landrover sind scheinbar doch ganz gute Geländefahrzeuge und so sind sie viel schneller als erwartet hinter uns. Wo wir schon wieder auf nüchternen Magen Seilwinden zu Einsatz bringen müssen und ich mit Baumgurten und dicken Schäkeln den Berg hinauf spurte, können die Schweizer nur müde lächeln. Wir finden zum Glück bald eine Stelle an der wir die nachfolgenden Teams vorbei lassen können und werden von Erc Baumann, Black Magic und Nici un pic normal in Cap überholt.

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klein007Oben angekommen überqueren wir eine kleine Lichtung und machen uns gleich wieder an den Abstieg, der sich schon nach kurzer Wegstrecke sehr beschwerlich gestaltet. Die Waldwege sind einfach nicht Volvokonform angelegt und wir kommen in einer sehr scharfen Linkskurve gerade mit den Dreiachsern nicht einfach so um die Ecke. Dazu kommt noch das in der „Kurve“ ein etwa 1,2m hoher Absatz ist, der die Volvos leicht zum kippen bringen kann. Also mal wieder volles Sicherungsprogramm mit allen Seilwinden, Umlenkrollen und so weiter im Einsatz. Nachdem dieses Hindernis bewältigt ist, erwartet uns wenige Meter weiter ein großer Wurzelstock, der zwar schon seitlich am Wegrand liegt, aber die Spuren daran entlang sind so tief , das wir abermals die Winden zum Einsatz bringen müssen um keinen Schaden an den

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Fahrzeugen zu bekommen. Danach geht es relativ gemütlich in einem tiefen Kerbtal bergab, bis Yankee einen weiteren Wurzelstock in den Weg rollt…. Irgendwie reißt er diesen riesen Holzbatzen los, der ihm noch eine Weile hinterher rollt und dann mitten im Weg zum liegen kommt. Steffi und ich rollen das Ungetüm eine ganze Weile in der Hoffnung vor uns her, das der Klotz irgendwo günstig liegen bleibt. Den Gefallen tut er uns aber nicht und so müssen wir ihn letztendlich zu dritt aus dem Weg rollen.

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Der Weg wird zu einer besseren Forststrasse und wir machen ein kurzes Päuschen und mit einem Mal wird der Verkehr im Forst ziemlich stressig… Ota überholen uns Team Saurer II gefolgt vom Presseteam ebenso am Ende gesellen sich noch die Devils zu uns und Boris wärmt sich kurz bei uns auf. Kurz darauf bekommen wir eine kinoreife Show geboten: … wir kommen an das Ende unseres gemütlichen Waldweges und sehen wie sich das Team United in einem tiefen schlammigen Weg bergauf wincht, Spirit of Expedition kommt dazu und kann natürlich nicht warten und wirft sich voller Elan in den daneben liegenden Hang, macht eine neue Spur auf und ist tatsächlich schneller unterwegs.

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ein dreckiger Teufel wärmt sich auf

 

Die Saurer sehen sich das Spektakel wie wir an, sehen aber davon ab sich auch noch am gleichen Hang zu versuchen und nehmen einen anderen Aufstieg etwas weiter hinter uns am Wegrand. Die Devils und wir folgen diesem Weg ebenso… In dem Waldstück herrscht binnen kurzer Zeit absolutes Chaos, während wir uns noch aufwärts kämpfen kommen uns die Spirits und United schon wieder entgegen, wir folgen den Saurern weiter bergauf , bis uns erst die Devils und zu guter letzt die Saurer auch noch entgegenkommen.

 

 

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Gegenverkehr im Busch mit Presse

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Genau so schnell wie dieses Chaos entstanden ist, ist es auch wieder vorbei und wir stehen wieder allein im Wald. Nach einer Weile finden wir einen Weg ins nächste Tal über einen holprigen kleinen Bachlauf, am Wegrand machen wir eine kleine Pause und essen kalte Nudeln vom Vorabend auf Brot mit Schafskäse.

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Danach geht es über normale Strassen durch eine kleine Ortschaft und wir suchen uns nicht weit davon an einem breiten Bach einen Lagerplatz. Wir haben den Fahrtag sehr früh abgebrochen, gegen 15.00 steht das Lager. Es ist endlich Zeit die hin und her geborgten Bergeutensilien wieder ihren Besitzern zurückzusortieren. Der frühe Stop bewirkt allerdings auch, das wir viiiel früher als sonst Blödsinn quatschen können… es wird ein Bed-merchandise geplant es soll Bed-wäsche, Bed-Bergebier und ähnliche fachbezogene Artikel geben.

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Unser Karpatenbär bekommt endlich eine angemessene Sitzgelegenheit von unserem Kettensägenspezialisten verpasst. Die Zeit wird aber auch für unerfreuliche Reparaturen genutzt, beim Lars hat eine Kardanwelle den Dienst quittiert. Es gibt einen kurzen Anruf bei dem C303 Ersatzteilspezialisten in Köln, es ist schwer Jochen davon zu überzeugen, das er nicht sofort eine Expresslieferung nach Rumänien organisieren muss, um für uns das Rennen am laufen zu halten. An diesem Nachmittag gibt es für mich nicht so viel zu tun und ich habe Zeit etwas in der Gegend umher zu streifen. Ich wandere an dem Bachbett entlang, an dem einige Kühe aus dem Nachbardorf weiden und finde sehr schöne frische Bärenspuren aber nicht den Verursacher… laaaangweilig… Anschließend wird es langsam Zeit das sich unsere Küchenchefs um unser leibliches Wohl kümmern. Heute gibt es Rouladen von der Fleischerei Schwieger aus Braunschweig , Bohnen und handgerollte Klöße….. OHNE WORTE …. Das gesamte Team sitzt in wohliger „Fressnarkose“ um das Lagerfeuer, als ein Skoda oben an der Strasse hält. Eine Familie steigt aus, die Leute kommen auf uns zu und begrüßen uns sehr freundlich, sie haben uns verschiedene selbst gebackene Kuchen mitgebracht dazu gibt es noch Wein. Wir sind irgendwie alle sprach- bzw fassungslos… und machen mit den Leuten eine kleine Fotosession vor den Volvos, der Junge darf sich ans Steuer setzen und freut sich.

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Die Familie ist schnell wieder verschwunden und wir fragen uns, was eigentlich gerade passiert ist… während wir darüber sinnieren wie wir diese Gastfreundschaft verdient haben kommt Fanny mit ihrem immer hungrigen Fototeam….

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Natürlich ohne Lamm, wie schon anfangs beschrieben. Wir haben noch etwa von unserem reichhaltigen Mahl übrig und werden überraschender Weise auch etwas davon los. Die nächste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten … die Familie kehrt zurück, diesmal gibt es auch eine kleine Erklärung, der Mann ist Revierförster in der Gegend… auweia… und er freue sich sehr das wir in seinen Wäldern unterwegs sind. Diese Freude können wir teilen. Da unsere Frau im Team scheinbar bei der ersten Beschenkungsrunde etwas zu kurz gekommen ist, gibt es diesmal ausschließlich für Steffi verschiedene Fläschlein mit Baumsirup, Löwenzahnsirup….Honig und ein besticktes Deckchen. Da wir den Hintergrund der ersten Beschenkung schon nicht verstanden haben, ist es mit der zweiten auch nicht einfacher aber wir sind sehr dankbar für den extrem leckeren Kuchen. Es gibt leider auch eine kleine unerfreuliche Sache an diesem Abend, obwohl wir die Volvos nahezu auf den Kopf stellen, gehen unsere Biervorräte langsam dem Ende zu…sollte da irgendjemand beim letzten Einkauf nicht aufgepasst haben??? Der ist ja auch noch gar nicht so lange her…. Irgendwas stimmt da nicht. Zum Glück haben die Fotografen noch etwas von dem kostbaren Nass, zudem sorgen sie wieder mit Neuigkeiten von den anderen Teams für kurzweilige Unterhaltung.

 

 

Dienstag 28. Mai

 

Heute gibt es Rührei zum Frühstück, irgendwie haben wir es geschafft eine Palette Eier heil durch die halben Karpaten zu befördern. Wir fahren also scheinbar doch nicht so sehr am Limit oder die Strecken sind zu einfach… Bevor es 08.15 Uhr ( für den Herrn Harms … viertel Neun…. 😉 ) losgehen kann müssen wir noch ein paar Kanister in unsere Tanks umfüllen. Obwohl ich Nichtraucher bin, sitzt es sich immer etwas entspannter, wenn man nicht die volle Ladung Benzin direkt hinter seiner Sitzbank hat….

 

Zum Thema Benzin fällt mir noch ein kleiner Defekt von der Anreise ein… Firemans Volvo wollte kurz hinter der ungarisch- rumänischen Grenze schlagartig keine Leistung mehr bringen und zwang uns zu einem technischen Halt und die Fehlersuche begann sofort. Während einige der anderen Teams an uns vorbei gefahren sind, hielten es wenigstens Black Magic für nötig, nachzufragen was bei uns los ist. Erstmal wurde natürlich nahezu alles auseinander geschraubt was auch nur im Entferntesten mit Benzinleitung zu tun hatte, Filter wurden gereinigt, etc…. letztlich stellte sich die Tankentlüftung als Übeltäter heraus. Sie wurde kurzerhand umgesteckt und ich habe lieber erstmal Telefon und Funkgerät abgeschaltet, bevor sich unser Laderaum mit einschläferndem Benzindunst gefüllt hat.

 

Wir starten an diesem Morgen in einem schmalen Tal und nutzen kurz ein steiniges Bachbett als Wegersatz, danach geht es eine gefühlte Ewigkeit steil bergauf. Zwischendurch müssen wie wieder mal einen technischen halt einlegen und bei Firemans Volvo Motoröl nachfüllen. Jedes Kind weis, das man das Auto zum Ölstand prüfen auf ebenen Grund stellen sollte und so ist etwas Augenmaß gefragt, als wir die an einer Tankstelle erworbenen Saftflaschen mit Öl einfüllen. Danach geht es kurz auf dem Höhenzug entlang, die Wege werden zunehmend schlammiger und haben tiefe Spurrillen. Nach einer kurzen steilen Abfahrt müssen wir Wege scouten und treffen kurz darauf auf LOD und NUPNIC, die ebenfalls auf Wegsuche sind. Da wir mit den Dreiachsern auf den schmalen Wegen wie immer Probleme bei Wenden haben, kommen uns NUPNIC zuvor und biegen in einen schlammigen Waldweg vor uns ab.

 

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Die Fahrerin scheint einen extrem schweren Gasfuß zu haben und treibt den armen Landrover den schlammigen Einstieg hoch. Danach geht es auf der gleichen Höhenlinie über einen sehr tiefen schlammigen Weg weiter… die Schweizer müssen mit Winden kämpfen, was uns mit den Volvos nur ein Lächeln kostet. Danach geht es über eine wellige Forststasse immer weiter bergauf über weite Almwiesen, eine riesige Meute Hütehunde verfolgt uns eine Weile. Das Team Maroda taucht plötzlich hinter uns auf und bei einer kleinen Bachdurchfahrt mit Fotofalle überholen wir NUPNIC. Obwohl der Platz für eine kleine Zwischenmahlzeit sehr schön wäre fahren wir weiter. Es geht, wie sollte es anders sein, weiter bergauf. Es ist wie immer steil und schlammig, wir sind etwa auf 1200m und müssen kurz den Weg freimachen. Da uns jetzt leider der Schwung unserer atemberaubenden Bergauffahrt fehlt, müssen wir kurz die Winden ansetzten. Yankee und der Harms kommen gut durch und können bis zum Gipfel durchfahren. Bei unserem Volvo verklemmt sich leider das schwere Windenseil, da wir nicht so schnell bergauf spurten wie das Seil abrollt. Ein paar Leute von Maroda wollen uns helfen und wir ziehen teilweise zu sechst (6) an dem Seil und nichts bewegt sich. Das kostet etwa 1 ½ Stunden wertvolle Fahrzeit, bis die Winde wieder läuft und wir uns endlich zu den anderen gesellen können, die die Zeit oben für eine ausgiebiges Mittagsmahl genutzt haben.

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Steffi 3000 faulenzt in der Sonne während unten am Berg mit Firemans Winde gekämpft wird.

Ich will versuchen meinem müden Körper etwas Energie zuzuführen und muss am Kühlschrank feststellen, das er seine Aufgabe etwas zu ehrgeizig angeht, nahezu alle Getränke sind eingefroren. Zum Glück sind alle Verpackungen heil geblieben. Ich schlachte mir eine Dose Redbull und lutsche das Eis.

 

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Ich weis nur noch nicht wie ich unserem Erfrischungsgetränkejunkie Fireman klarmachen soll, das seine Fanta jetzt frostbedingt vll etwas anders schmeckt. Oben auf dem Berg ist eine große Lichtung, mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge, von der während unserer Windenaktion, der Scout der Red Ants Maroda schon mit schlechten Nachrichten zurück gekehrt ist. In unseren Karten ist aber eindeutig ein Weg, so machen wir uns auf die Suche.

 

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Wir suchen die Waldränder nach dem versprochenen Weg ab und finden erstmal nichts, nach einer Weile gesellen sich unsere Lieblings Schweizer Black Magic zu uns. Monny findet einen anfangs zugewachsenen Weg, den wir frei machen.

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Fingernägel und Hosenfarbe sind genau aufeinander abgestimmt

 

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Wir lassen Black Magic voraus fahren und unsere Pionierbrigade entfernt Totholz und Wildwuchs. Auf dem Bergrücken kommen wir wieder gut voran, haben aber teilweise zwischen den eng stehenden Tannen nur wenige Meter Sicht. Es ist nicht einfach im Tannennebel den Anschluss an die Anderen nicht zu verlieren. Nach einer Weile lichtet sich der Wald und wir fahren über eine Wiese abwärts, anschließend haben wir einen stark ausgewaschenen aber zur Abwechslung trockenen Weg vor uns.

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Unten angekommen müssen sich die Fahrer erstmal kurz erholen und wir halten kurz Kriegsrat, wie wir weiter vorgehen wollen. Die Fahrzeit ist kurz und der Korridor irgendwie zu lang…. Wir werfen uns voller Elan dem nächsten Gipfel entgegen und fahren wieder durch einen engen Nadelwald bergauf, oben angekommen geht es über einen verzweigten Weg mit Spurrillen und tiefen Schlammlöchern, jeder kann sich wie es beliebt seine Spur suchen.

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Kurz darauf landen wir in einer Sackgasse aber Monny findet wieder einmal den richtigen Weg für uns. Kurz darauf verfahren wir uns wieder… es geht irgendwie bergab, obwohl wir eigentlich auf dem Bergrücken bleiben wollen, auf dem es dann, nach einem kurzen Wendemanöver, über weite Almwiesen weitergeht. Wir suchen langsam nach einem Schlafplatz und versuchen etwas Abstand zu den Schafherden und den Hütehunden zu bekommen… der Herr Harms weiß das zu verhindern, indem er aus dem hinteren linken Reifen Luft ablässt, wir versuchen noch ein paar Meter zu fahren, aber der Reifen ist kurz davor von der Felge zu springen.

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Es folgt ein Reifenwechsel auf Formel1 Niveau… direkt neben einer riesigen Schafherde mit entsprechend vielen Hunden… die langsam näher kommen… Ich habe die ehrenvolle Aufgabe unseren Volvo (der letzte im Konvoi) wieder einmal komplett auszuräumen um an den Hi Lift und den Radmutternschlüssel zu kommen. Während ich räume muss ich immer wieder so tun, als ob ich Steine aufhebe und nach den Hunden werfe. Das hält die Biester erstmal auf Abstand…. Erstmal Der eigentliche Radwechsel geht schnell … hochpumpen, 8 Muttern ab, Rad tauschen, 8 Muttern mal schnell wieder dran, gefühlte 100kg Rad auf den Ersatzradhalter wuchten… der Schäfer beobachtet die Szene von weiter weg… während die mutigsten seiner Hunde von gaaaanz nah zusehen wie ich unseren ganzen Rödel wieder im Volvo verstaue. Ich versuche den ganzen Spuk so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Nach wenigen Minuten können wir weiter und der Schäfer hat die Alm wieder für sich. Wir finden einen schönen Schlafplatz am Wegrand auf einer kleinen Lichtung, die Idylle wir kurz und jäh gestört, als ein tarnbekleideter Mann mit einer riesigen Kettensäge über der Schulter quer durchs Lager stapft, wir grüßen so freundlich wie es nur geht und bleiben alle unversehrt. Glück gehabt, der grimme Schnitter zieht weiter. So findet zum Beispiel der Eumel Zeit für ein ausgiebiges Fußbad mit Mineralwasser, anders als beim Bier sind die Wasservorräte nahezu unerschöpflich… woran das wohl liegt?

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Unser Koch verwöhnt uns heute mit Pute an Basmatireis ohne Kokosmilch, es mundet wie immer. An unserem letzten Abend im Korridor sitzen wir noch eine ganze Weile am Lagerfeuer aber es geht ziemlich ruhig zu, nach der langen Tour sind alle erschöpft.

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Gruppenbild mit Querulant

 

 

 

Mittwoch 29. Mai

 

Nach unserem Frühstück haben wir für den letzten Fahrtag noch 7 Stunden aber noch fast 1/3 des Korridors vor uns. Wir wollen das letzte Stück mehrfach den Korridor kreuzen und haben uns alles schön passend vorausgeplant. Der Haken an der Sache war nur von dem Bergrücken ins ersehnte Tal zu kommen.

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Nach einem kurzen Fotostopp am Gipfelkreuz versuchen wir zwei Wege vergeblich, den dritten scoutet Fred, anfangs geht der Weg auch noch… die ersten 500m dann wird es zusehends enger und man sieht den Waldweg vor Bäumen kaum.

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Aber es gibt auch eine frische Spur.. eine, also keine die wieder hinauf führt, mangels Alternative geht’s weiter. Am Ende ist der eigentliche Weg so zugewachsen, das es einfacher ist im Wald daneben eine neue Spur aufzumachen, es geht im zickzack durch die Bäume. „Unser“ Weg führt uns auf einen Grat der genau so breit ist wie die Volvos. Der Pioniertrupp und die Scouts beratschlagen sich nur noch untereinander zum wenden ist ohnehin kein Platz und so werden die Fahrer von einer Katastrophensektion zur nächsten gezwungen. Die Drei fügen sich in Ihr Schicksal.

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Um auf den eigentlichen Grat zu kommen muss erst eine Kuppe überwunden werden, rundherum fällt das Gelände in alle Richtungen steil ab. Nicht auszumalen was hier eine Bergeaktion bedeutet, wenn einer der Volvos abrutscht… danach sieht der Weg auf Sichtweite ganz passabel aus, aber 50m weiter zeigt und der Berg, was er in vielen Millionen Jahren Gebirgsentstehung gelernt hat… der Grat könnte eigentlich schön ins Tal hinunterführen, aber den Gefallen tut er uns einfach nicht und ist einfach zu Ende.

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Wir bauen unsere erprobte Volvosicherungskette auf und Yankee kommt als erster in den Genuss, wie eine Spinne am eigenen Faden, die Bergflanke hinuntergewincht zu werden. Es ist natürlich nicht der eigene Faden, sondern das Harms´sche Windenseil, das schon bei dem Zweiachser hart arbeiten muss und jetzt einen Dreiachser vom Absturz bewahren soll. Ich schaue Yankee zum Abschied noch einmal tief in die Augen und wünsche viel Glück. Langsam tastet er sich über die Kante und kommt nach dem Steilstück langsam wieder auf befahrbares Terrain. Der nächste am Haken ist der Harms, wie immer muss es hier etwas schneller gehen und wir kommen kaum hinterher die Fahrzeuge entsprechend zu sichern. Zum Glück klemmt der Anlasser und verschafft uns etwas Zeit.

 

 

 

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Fürs Harms`sche Familienprotokoll… Steffi 3000 verzichtet auf ein letztes intimes Funkgespräch mit ihrem Ehegatten, bevor er sich wie ein Basejumper über die Kante wirft.

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Fred hat Zeit für ein Nickerchen

Der letzte im Bund ist sinnvoller Weise das einzige Fahrzeug mit Backwinch, als ob wir so was oben auf der Alm schon geahnt hätten, als die Marschordnung festgelegt wurde. Bis in die Mitte des Steilstückes funktioniert alles super, bis die Seilwinde den Dienst versagt. Wir glauben das Windenseil entlasten zu müssen und packen das halbe Fahrzeug am Steilhang aus um an den extragroßen Greifzug heran zu kommen. Es ist schon eine Aufgabe die hintere Tür mit Ersatzrad aufzustemmen und in Position zu halten, das keiner erschlagen wird… der Greifzug ist aber eine gaaanz andere Hausnummer.

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Monny und ich Überwachen die korrekte Bedienung des Greifzuges durch Eumel.

Das sauschwere Teil, das sonst eigentlich nur zu Dekozwecken und zur Abschreckung dient, wird nach vielen Jahren seiner Bestimmung zugeführt und auf den Grat gewuchtet. Eumel am langen Hebel schnauft was das Zeug hält und bewegt den Volvo tatsächlich aufwärts. Das Windenseil ist entlastet und die Fehlersuche am Patienten kann beginnen, es bewegt sich einfach nichts…. Bis der Ganghebel wieder eingelegt wird… wieso werden nicht einfach erstmal die einfachen Dinge überprüft, bevor die schweren Geschütze aufgefahren werden??? Als kleines Dessert gibt es unten am Berg noch eine kleine Schrägfahreinlage, die bei meinem Fahrer auf wenig Gegenliebe stößt, danach geht es über trockene ebene Feldwege Richtung Asphalt. Die Straße ist schon greifbar nah, da melden sich unheilvolle Geräusche von Yankees Vorderachse.

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Schrauberidylle auf Feldweg

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Die Kardanwelle wird schnell ausgebaut, ist aber, wie sich kurz darauf beim zweiten technischen Halt herausstellt, nicht der Übeltäter. Das Homoki-dingsda, das oben am Portal wohnt, hat sich gespalten und den Lärm verursacht. Yankee ist ab jetzt völlig ( Vorderachs-) antriebslos und bewahrt uns vor weiteren Experimenten im Gelände. Trotzdem scharrt Yankee schon vorwurfsvoll mit den Fedimas auf dem Asphalt und drängt zur Abfahrt, da habe ich noch nicht mal ansatzweise Reisefertigkeit in unserem Gepäckabteil hergestellt. Wir fliegen nahezu In Richtung Ziellinie, im wahrsten Sinne… wir haben so wenig Reifendruck, das die rumänischen Landstraßen den Volvo zu einigen beeindruckenden Drifts bewegen. Wenn Fireman so weiterfährt überschlagen wir uns sicher noch zum krönenden Abschluss. Dank unserer Teamkollegen, die uns an einer Bahnschranke abgehängt haben, ist er aber auch gezwungen, das Gaspedal durchzutreten. Wie jedes Mal müssen wir die Ziellinie von der falschen Seite überfahren.

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Vor Ort beim finalen Gruppenbild mit Karpatenbär dringt ein hässliches Geräusch an unser Ohr, aus Yankees rechtem Hinterhinterrad drängt Luft nach draussen. Yankee hat sich einen geschmiedeten Hufnagel eingefangen. Ich reg mich schon gar nicht mehr auf, wie ein Roboter entpacke ich unseren Laderaum und reiche Hilift und Schlüssel zum schnellen Radwechsel. Wir sind gerade fertig, da erscheinen LOD, es gibt ein freudiges Wiedersehen aber da die Fahrzeit drängt müssen wir aufbrechen. Wir haben noch viel Strecke bis zum eigentlichen Ziel vor uns und nehmen so manche Abkürzung, wie eine eigentlich durch Erdhügel abgesperrte Brücke. Eine Bergkette muss noch überwunden werden, wir kommen auf der Landstraße aber gut voran. Von kleinen Hindernissen, wie Pferdefuhrwerken auf der 60km/h Spur abgesehen. In einem kleinen Ort finden wir auch eeeendlich ein Bierdosenfachgeschäft, können unseren Vorrat auffüllen und kommen nach kurzer Fahrzeit heißersehnt endlich im Ziel an. Das Lager liegt auf einer breiten Wiese an einem Fluss. Nachdem wir uns eingerichtet haben stromern wir durch das Camp, begrüßen die anderen Teams, öffnen das eine oder andere Döschen Bier… bis uns Vlad ermahnt das noch etwas auf uns zu kommt… aber es wird schon langsam dunkel… ??? eine Nachtwanderung? eine Kletteraufgabe scheidet mangels Berg aus… ?? Die Orga trommelt in der Dämmerung die Teams zusammen und erläutert die finale Aufgabe, die in zwei Stufen gewertet wird.

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Es soll ein Wasserfahrzeug mit Bordmitteln gebaut werden, es darf alles verwendet werden… außer unserem Schlauchboot  ( das wir aber an das Presseteam verleihen können) Wir machen uns freudig and Werk und binden 4Ersatzschläuche, 2 Luftlandebleche als Kiel und 2 Waffelboards zum sitzen mit Zurrgurten und Kabelbindern zusammen. Julian und ich bekommen Schwimmwesten umgebunden und Helme aufgesetzt und schon kann es zum Startpunkt für die Aufgabe gehen.

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Der erste Teil der Aufgabe ist einfach, das Floß wird über die steile Böschung zu Wasser gelassen und schwimmt perfekt, danach müssen wir ein Stück den Fluss entlang paddeln und das Floß eine ebenso hohe und steile Böschung wieder hinauf bekommen. Die Flussfahrt ist gemütlich, Julian sitzt vorne beim Scheinwerfer im Mückenschwarm und ich hab hinten meine Ruhe. Bis wir an die Ausstiegsstelle kommen und unsere Fangleine für die Landratten ins Wasser platscht, die Strömung hat hier schlagartig zugenommen und ich verhindere ein weitertreiben bis ins Schwarze Meer durch einen beherzten Sprung in den Fluss und schaffe es das Floß innerhalb der vorgegebenen Strecke zu bremsen.

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Unsere Landbrigade zieht das Floß wieder an Land und die Aufgabe ist somit bestanden. Unsere Köche sind an diesem Abend erstmal entlastet, da wir vom Veranstalter versorgt werden. Es gibt einen sehr deftigen Gulasch (vorsichtig umschrieben) der wenig Anklang findet, aber es gibt auch frisches Gartengemüse, leckere Tomaten, Schafskäse… nach der gelungenen Flussfahrt nage ich zufrieden an einer Lauchstange und werde trotz meiner erbrachten Leistung von unserem Nichtschwimmer genötigt unser Zeltlager wieder herzurichten. Ich füge mich 🙂 . Am Abend sitzen wir mit unseren Nachbarn, den Dirt Devils und Black Magic und tauschen die Erlebnisse der letzten Tage aus. Obwohl auf der Wiese reichlich Platz für alle Zelte ist, schlafe ich diesmal draußen im Gras und neben mir drängen sich 3 Leute im Wurfzelt.

 

 

Donnerstag 30. Mai

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Fannys Presseteam und den Kaffee schnorrenden Dirt Devils zieht sich der Morgen etwas in die Länge. Die Veranstalter lassen uns auf die letzten Informationen, wo die Abschlussfeier stattfindet, warten.

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unser Koch wird von den Fotografen belagert

 

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ein kleiner Mann inspiziert das Auto eines anderen kleinen Mannes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir nutzen die Zeit um unsere Floß zu demontieren und sämtliche Bergeutensilien in ihre Stammfahrzeuge zurück zu befördern. Kurz vor Mittag erfahren wir, das es wieder nach Sibiu geht, das sind etwa 120km auf teilweise sehr schlechten Strassen. Die Volvos sollen nach den Strapazen der letzten Tage geschont werden, dafür werden die Beifahrer hinten im Volvo beim Slalom um die tiefen Schlaglöcher schön umhergeworfen. Die Dirt Devils überholen uns auf einer kraterübersäten Strecke und ignorieren die Schäden in der Fahrbahn total, die Fahrwerke arbeiten am Limit als sie an uns vorbei brettern.

In Sibiu sind wir wieder im gleichen Hotel untergebracht, wie im Vorjahr, diesmal habe ich ein Einzelzimmer… da muss ich am Abend vorsichtig sein, wenn kein Till zum aufpassen da ist. Während ich dem Charme meiner Matratze erliege, gehen die anderen in Sibiu spazieren und natürlich auch etwas essen.

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Gegen 19.00 Uhr ist großes Treffen vor dem Hotel und wir werden zu der nur wenige Meter entfernten Feierlocation geführt. Ein seltsamer Mix aus HO Speisegaststätte, Zengarten und Disko. Pünktlich zur Feier fängt es natürlich an zu gießen, aber das Dach des Partytempels ist mit genügend Zelten ausgestattet, das keiner ernsthaft nass wird. Überall stehen gekühlte Getränke bereit es gibt ein Buffet und blutjunge rumänische Gesprächspartnerinnen, deren Highheels teilweise mehr Gefälle haben, als die Strecken in den vergangenen Tagen. Nach fast zehn Tagen im Wald unter Bären, Wölfen und meinen Teamkollegen ist das etwas zu viel für mich und ich muss meinen Teller mit den leckeren Fleischspießen abstellen, bevor alles herunterpurzelt. Die Feiermeute verteilt sich langsam über die Räumlichkeiten, überall wird wild durcheinander geschwatzt, hier und da versucht ein Mittfünfziger eine der Damen in Rot für die auf dem iPhone gespeicherten Abenteuer zu interessieren und ich pendele einfach zwischen Buffet und Disko. Etwas später am Abend werden unter viel Beifall die Ergebnisse verkündet uns ist klar, das wir im hinteren Mittelfeld landen werden, aber an der Spitze gibt es eine markante Veränderung. Die Spirits sind vom Team Saurer II abgelöst und bekommen dieses Jahr nicht ganz so große Kopfhörer von AKG wie sonst. Ich freue mich, das ein Team, das mit ähnlich alten Autos wie wir unterwegs war, gewonnen hat. Sehr schade ist, das Black Magic es um Haaresbreite nicht geschafft hat aufs Treppchen zu kommen. Nur wenige hundert Meter Strafkilometer (wie schreibt man das???) haben über den dritten Platz entschieden. Wir sind alle mit unserer Platzierung zufrieden, für uns war die Hauptsache in Wertung anzukommen und jeder Platz weiter vorn ist ein kleiner Bonus. Ich stürze mich wieder in die Feier und verpasse zu meiner Schande die Verkündung des Team Spirit Awards….

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Ich möchte mich hier aufrichtig bei meinen Kollegen für mein Fehlen entschuldigen… irgendetwas muss mich in der Disko abgelenkt haben… tut mir echt leid!

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Beim verlassen des Clubs wartete auch noch ein kleines Abenteuer auf uns, die Fahrt im Fahrstuhl endet in einem dunklen dreckigen Raum, den man super als Kulisse bei the walking dead hätte nehmen können. Als sich die Tür geöffnet hat und nur dieser düstere Raum auf uns wartete und kein Mädchen als Scout verfügbar war, ist der Fahrstuhl voller karpatengestählter Männer nach kurzer Beratung einfach wieder hochgefahren. Es wurde eine Ausweichroute innerhalb des Korridors durch das Treppenhaus erkundet, das sich aber als Sackgasse entpuppt… also doch wieder der Fahrstuhl… und wieder dieser Gruselkeller… hmm mal vorsichtig um die Ecke gesehen… keine Zombies in Sicht, also vorsichtig weiter … ah gelbes Licht… ein Baum und zack .. schon sind wir auf der Straße, keiner lässt sich auf den hundert Metern zum Hotel irgend etwas anmerken… nur schnell ins Bett.

 

Freitag 31.Mai

 

Wir treffen uns um 09.00 Uhr zum Frühstücken, es gibt ein gutes abwechslungsreiches Buffet, bei dem es mir besonders die Spinatquader angetan haben, was bei meinen carnivoren Teamkollegen auf wenig Verständnis trifft. Ich darf trotzdem mit nach Hause fahren. Vorher holen wir am Stadtrand bei Vlads Eltern noch unsere LKWs ab und verladen die Volvos. Nachdem alles verzurrt ist geht es auf die ewig weite Heimreise. An der ungarischen Grenze stehen wir in der falschen Schlange und müssen wenden, wir finden einen freundlichen Trucker der uns in die Reihe lässt und können die Grenze relativ schnell passieren, Monny schimpft trotzdem wie ein Rohrspatz. Aus der Mammutetappe im letzten Jahr haben wir gelernt, das es besser ist irgendwo einen Schlafplatz zu suchen, den wir bei Budapest auch finden. Der zuerst angesteuerte Parkplatz ist auf Grund einiger fleissiger Damen auch Nachts stark frequentiert, so weichen wir auf einen Supermarktparkplatz in der Nähe aus. Dort werden wir im Morgengrauen von der Polizei geweckt, die Jungs sind aber eher neugierig und um unsere Sicherheit besorgt. Es geht weiter in Richtung Tschechien… die Slowakei ( nicht Slowenien Herr Harms) wird ausgespart und weil wir solche Gewohnheitstiere sind frühstücken wir wieder an der gleichen Raststätte im Restaurant zur goldenen Möve. Wir schaffen es ohne uns zu Verfahren durch Prag aber ich versage als kurz vor Usti die Autobahn aufhört und so müssen wir über die Berge fahren. Schon kurz darauf stehe ich bei meinem Arbeitskollegen auf dem Hof und muss mich schweren Herzens von den anwesenden Teamkollegen verabschieden. Eine halbe Stunde später bin ich zu Hause, in einer richtigen Wohnung, mit Wänden, Fenstern und allem was dazu gehört… und mein dreckiger Haufen Klamotten riecht nach Wald. Der kann später gewaschen werden, ich brauch erstmal ein Begrüßungsbier mit meinen Kumpels außerdem ist Fatcatdisko, da darf man auch im hohen Alter nicht fehlen. …. Und am nächsten Morgen, falls ich ausgeschlafen habe, fange ich soooofort mit diesem Bericht an…

 

Bis zum nächsten Mal…. Christoph.


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Superkarpata 2013 II. Etappe — 1 Kommentar

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