37. Pomerania 2014

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Morgen kann es endlich losgehen… Nachbars Katze konnte erfolgreich installiert werden… schließlich gilt es unvorstellbar große Nahrungsvorräte effektiv zu Schützen.

 

Im Laufe der Jahre haben sich beim Team Bedrock einige Gewohnheiten etabliert, über die nicht jedes Jahr neu verhandelt werden muss. So zum Beispiel die frühe Anreise nach Drawsko Pomorskie mit dem dazugehörigen Treffen an der Raststelle Buckowsee Ost. Wie man deutlich an der Parkordnung ablesen kann, ist ein gewisser Herr Harms seinen Prinzipien treu geblieben und hat uns bei dieser Pause einen Vorsprung gegönnt.

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Für mich war die Anreise bis dahin ziemlich entspannt, mein neu verpflichteter Beifahrer Rene ist sehr sparsam eingestellt und verbraucht nur 1,5 l Pilsener auf den ersten Kilometern.

Um die Anreise etwas spannender zu gestalten verlassen wir dieses Jahr die eintönig geradeaus führende Autobahn und erkunden Pommerns Landstraßen. Kurz vor Drawsko Pomorskie auf der „Steingrim I. Gedenkallee“ gibt es Probleme mit der Kupplung des Larstransporters bzw der Fahrer ist nicht mehr gewillt das Gefährt mit nur einem Gang weiterzubewegen. Kurzerhand wird Lars abgeladen und es kann weitergehen.

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Es folgt wie immer ein entspannter Vorbereitungstag, an dem noch einige Kleinigkeiten gerichtet werden, es werden Tripmaster kalibriert, Gastanks zwecks besseren Böschungswinkeln demontiert…

Moment… Gastank??? von den alten Hasen fährt natürlich keiner mit einem gasgefüllten Torpedo auf Orientierungsfahrt mit Expeditionscharakter. Team Bedrock hat einen Neuzugang zu verzeichnen, der Claas nebst Freundin Roksana. Die beiden kommen aus dem hohen Norden, aus Gefilden, deren geografische Existenz meinen Geografie-Leistungskurs gestählten Kenntnissen bisher verborgen war. Ich stelle mir das Ganze als einen Nachbarort von Bikini Bottom vor vll mit weniger Seesternen in der Nachbarschaft, dafür mit mehr Wattwürmern.

Yankee hat bei sich an Bord auch Neuzugänge zu verzeichnen zum einen Till als bisher jüngsten Teilnehmer und Corvus… als bisher bärtigsten. Die beiden sollen vor allem bei den vielen Sonderaufgaben auf ihre kosten kommen.

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Am Freitagmorgen geht es wie immer nach einer sehr kalten Nacht an den Start. Rene und ich hatten unser Zelt cleverer Weise direkt an der „Hauptstraße“ des Campingplatzes und so fiel das Aufstehen in dem lauten Treiben nicht allzu schwer.

Nach den ersten Metern im Roadbook gibt es (zumindest für mich) eine Neuerung, es geht nicht in Richtung Drawsko, sondern direkt an der ersten Kreuzung geradeaus weiter auf einem Feldweg. Die Strecke führt anfangs abwechslungsreich über Feldwege, durch Wälder… dann häufen sich leider ein paar Passagen die doppelt und dreifach gefahren werden, wie eine sehr einprägsame Abfahrt an einem waldigen Abhang. Manchmal werden wir auf Waldwegen auch erst in die eine Richtung und dann nach einer kleinen Schleife entgegengesetzt durch den polnischen Dschungel geschickt.

18284177tl18284224tqUnterwegs warten tief frohlockende Schlammlöcher auf uns, die aber nicht einmal Claas mit seiner Slickbereifung etwas anhaben können.

18284225kd18284226obDie allseits beliebten Sonderaufgaben sind dieses Jahr nicht mehr so weitläufig auf der Strecke verteilt. Es gibt am Freitag einen „Megacheckpoint“ an einem See, wo viele Einzelstationen zusammengefasst sind. Es gibt Aufgaben im Bereich  Erste Hilfe, die ausgelost werden… Klassiker wie stabile Seitenlage, Herzmassage und Gummipuppe knutschen 🙂

Aber es geht auch durchaus härter zur Sache… auf dem See gilt es Bojen anzufahren und die Codes zu notieren. Einer davon ist mit einem sackschweren Gewicht am Grund des Sees im Schlamm versenkt und bringt weniger gut ausgerüstete Teams fast in Seenot.

Wie immer gibt es verschiedene Seilbrücken zu bezwingen, dieses Jahr mit einer gemeinen Neuerung, das zwei Leute pro Team über die Doppelseilbrücke balancieren müssen. Rene meistert die Aufgabe, während mich die Erinnerung an meinen letzten schmerzhaften Versuch zögern lässt. Zumindest besteht dieses Jahr nicht die Gefahr sich den Hinterkopf aufzuspalten denn die Brücke ist über ein steil abfallendes Tal gespannt.

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Die Strecke hielt einige überraschende Passagen für uns bereit. Zum Beispiel einen kurzen steilen Anstieg, den man gerne mit viiiiel Schwung erklommen hätte, der sich oben angekommen als schmaler Bahndamm entpuppt, der auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinab führt. Der Bahndamm sollte aber in Gleisrichtung weiter befahren werden, also Glück gehabt, das wir die Böschung nicht als Absprung genutzt haben. Nach einigen Kilometern über die mit der Volvospurbreite nicht kompatiblen Holzschwellen ging es dann an einer für Verschränkungsfanatiker Traumstelle schließlich steil wieder zurück in weniger holpriges Terrain. Für mich bzw meinen Volvo bedeutete das im nahezu freien Fall am Fuß der Böschung einzuschlagen. Die Videoanalyse hat ergeben, das zB Fireman die Stelle in einem Zug wie beim Ausparken vorm Bäcker abgespult hat… SERVOLENKUNG… grrr18291817ok18291868os

Wir sind lange unterwegs es wird zusehends finster im Dickicht und im Roadbook hat sich ein hässlicher Fehler eingeschlichen…. irgendwo fehlen 1000m. Wir fahren Streckenteile mehrfach im Dunkeln ab und suchen nach den offiziellen Übernachtungsplätzen, was uns aber nicht gelingt. So finden wir einfach am Wegrand in guter alter Superkarpatamanier ein nettes Plätzchen und schlagen unsere Zelte auf.

Es gibt Rouladen von der Fleischerei Schwieger, die uns 2015 auf der Superkarpata wieder mit einigen hausgemachten Leckerbissen versorgen will. Nach dem langen Fahrtag geht es pappsatt in den Schlafsack.

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Nachdem wir uns am Vortag schon an einigen Sümpfen im Umland versuchen durften, standen heute auch wieder einige Aufgaben im kühlen Nass auf dem Plan. Corvus der bei einer Sonderaufgabe am Vortag von drei Leuten aus dem Morast geborgen werden musste, und die Tücken der polnischen Sümpfe am eigenen Leib erfahren konnte frohlockte bestimmt bei der Aussicht auf weitere Erlebnisse dieser Art.

Der Samstag sollte uns endlich auf den bekannten Truppenübungsplatz führen, wo die Strecke für uns ein Medley aus Evergreens der vergangenen 36 Roadbooks bereithalten sollte. Mit den Jahren lieb gewonnene Wasserdurchfahrten, Klassiker die besonderer nautischer Fähigkeiten bedürfen…. wie immer wir zuerst nach den tiefsten Stellen am Rand gesucht und der Beifahrerfußraum fachgerecht geflutet, statt in einem eleganten Bogen durch die Mitte zum Stempelpunkt zu gelangen.

 

MEMO für nächstes Mal… NICHT am Rand fahren.

18291966rl18292014gk18292020ey18292027geDer Tag hält noch einige Schöne Aufgaben und kleine Trials bereit. An einer Station dürfen wir eine kleine Notunterkunft bauen, die möglichst gut getarnt sein soll, bei den unerschöpflichen Ausrüstungsvorräten in den Volvos ist das alles kein Problem.

Es gibt entlang der Strecke wieder mehr oder weniger schwere Trialsektionen. Manche kann man sich auch schwerer machen als sie sind. Ich ziehe mir einmal die geballte Häme meiner Mitstreiter zu, weil ich eine ganze Sektion nicht wie gedacht in der Untersetzung fahre… nach etwas Mühe um die Kurve zu kommen und einige Beulen im Volvo später bemerke ich das Malheur an einer kleinen Stufe an der Ausfahrt der Sektion… und wie von Geisterhand gezogen meistert das Gefährt die finale Aufgabe.

Wir schaffen es dieses Jahr, zumindest in meinem Beisein, das gesamte Roadbook ab zufahren, ich muss zu meiner Verwunderung feststellen, das kein kariertes Zielfähnlein geschwenkt wird…. mitten in der Pampa…. komisch

 

Es tritt ein junger Mann an das Fahrzeug und wedelt während er etwas von „bus station“ erzählt, mit einem Stapel weiterer Zettel. Ich möchte aber nicht zur nächsten Bushaltestelle und verweigere erst mal die annahme selbiger. Nach einer kurzen Pause nimmt er einen zweiten Anlauf und gibt mir zu verstehen, das er das „basecamp“ meint… also den Campingplatz. Ich bin erleichtert, das es jetzt schnell Richtung Dusche geht und greife zu….

 

Entgegen meinen Erwartungen geht es erst mal um einen See herum, im Zickzack durch die Wälder, mittlerweile ist es dunkel und es geht quer durchs Gehölz in Schräglagen, die wir den ganzen Tag nicht gefahren sind. Offroad juhuuuu….         nixda … ich habe fertig für heute!,  genug gefahren!, ich bekomme „langsam“ schlechte Laune und das getriale im Dunkeln hört nicht auf….

den anderen scheint es ähnlich zu gehen und wir finden schließlich einen Fluchtweg und fahren per GPS zur nächsten bekannten Straße.und dann nach einem kurzen Biereinkauf an der Tanke ins Camp. Unser lieber Koch Harms versorgt uns wieder sehr köstlich, nach und nach trudeln die anderen Teilnehmer im Camp ein.

Am nächsten Morgen gibt es wie gewohnt ein reichhaltiges Frühstück und im Anschluss die Siegerehrung. Da es bei der Registrierung offensichtlich eine Panne gab, hatten scheinbar alle dänischen Teilnehmer die gleichen Namen erhalten… und so gab es ca 10 unterschiedliche Platzierungen für „eine“ Person.

18292028da18292052pp18292053is18292054of18292055yjWie man der Ergebnisliste entnehmen kann liegen die Volvos für die Strapazen auf annehmbaren Platzierungen. Der Herr Harms hat es aufs Treppchen geschafft und selbst Claas ist mit seiner sparsamen Originalbereifung ziemlich weit gekommen.

 

Es gab dieses Frühjahr wieder viele abwechslungsreiche Aufgaben, neue aber auch bekannte Strecken mit sehr unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, für mich bis auf den Patzer im Roadbook und einige kleine Streckenwiederholungen im Nachhinein eine schöne Veranstaltung!

 

 


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