Die ganze Geschichte…. die I. Etappe

10.5. Sonntag “ Der Start“

Nach einer sehr kurzen Nacht auf einem Grundstück der rumänischen Forstbehörde gibt es ein sehr spartanisches Frühstück. Gleich zum Aufwachen gibt es eine nette Überraschung, neben Firemans Volvo parkt Hans-Peter, ehemals Fahrer bei Black Magic heuer Presseabteilung SK. Ein freudiges Wiedersehen, da es Black Magic als Team in der alten Zusammensetzung leider nicht mehr gibt.

16 10.5. Sonntag

fahrtechnisch besonders schwierige Passagen im Camp sind besonders gekennzeichnet

22 10.5. Sonntag   17 10.5. Sonntag              18 10.5. Sonntag

Überall auf dem Platz wird gewerkelt und im besten Fall nur gepackt. Bei einigen Teams liegen Motorenteile auf der Wiese verstreut, bei anderen werden Seilwinden testweise ab- und aufgespult… Nach einer Weile geht es pünktlich und ungewöhnlich ohne Regen zur finalen Fahrerbesprechung, Georg erklärt die Details der ersten Etappe. Unter anderem gibt es dieses Jahr drei Sonderprüfungen im ersten Korridor, die aus „Fahraufgaben“ mit steigendem Schwierigkeitsgrad bestehen. Die dritte ist auf der Karte mit einem kleinen roten Totenkopfsymbol gekennzeichnet und Georg warnt eindringlich vor dem hohen Schwierigkeitsgrad. Es soll sich um einen schwer zu befahrenden Weg handeln, den man, wenn man einmal angefangen hat nicht wieder verlassen kann, geschweige denn umkehren oder ähnliches. … klingt sehr spannend

Außerdem warnt Georg noch einmal eindringlich vor den Gefahren, die von der heimischen Fauna für uns bereit gehalten werden. Dieses Jahr lechzen nicht nur Karpatenbären und Wölfe nach unserem zarten Fleisch… nein nicht genug des Nervenkitzels, wir werden in eine Indiana Jones taugliche Schlangengrube geschickt. Ich male mir aus, wie hinter jedem Stein perfekt getarnte giftige Hornvipern auf uns lauern…

Wir sollen in Reihenfolge unserer Teamnummern starten, an dem guten alten Redbullbogen gibt es wie immer das Kartenmaterial analog/digital und rumänisches Brot als Proviant. Diese Prozedur als Start zu bezeichnen ist etwas widersinnig. Man hat eigentlich ein Bild im Kopf, wie die Teams mit Vollgas eine Staubwolke hinter sich herziehend dem Horizont entgegen rasen…. nix da! Erstmal müssen die Korridorgrenzen in die Karten im Computer eingefügt werden und dann kommt die eigentliche Aufgabe, gemäß dem Motto der SK „find your own track“ muss die Karte studiert werden. In welchem Teil der Karte gibt es günstige Wege auf denen man lange ohne größere Schwierigkeiten im Korridor fahren kann? Wo sind sehr hohe und steile Passagen, die man besser meiden sollte? Wo sind mögliche Verbindungswege/ Pässe zwischen den Forststraßen? Viele offene Fragen, die sich allein durch das Kartenstudium nicht beantworten lassen.

20 10.5. Sonntag

Langeweile- Landrover-Stillleben I.

19 10.5. Sonntag

Längereweile-Landrover-Stilleben I.

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben ausreichend Zeit das Kartenmaterial auszuwerten, bei Yankees Volvo streiken immer noch die Elektronen und er braucht ständig Starthilfe. Also fahren Yankee und Harms in die nächste Ortschaft um neue Batterien zu kaufen. Die beiden versuchen es an einer Tankstelle, haben kein Glück, aber weil Yankee so ein trauriges Gesicht macht, hat der Tankwart Mitleid. Er ruft einen Freund zu Hilfe, der laut Steffi mit einem Moped vorneweg fährt und den Weg zu seiner Werkstatt zeigt. Die drei werden in ein kleines Schrauberparadies geführt und Yankee bekommt dort seine Batterien.

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1 10.5. Sonntag

Während wir neben den Dirt Devils/ Sissies reloaded am Straßenrand stehen kommt der nette Mopedfahrer noch einmal auf der Landstraße vorbei, man hört die Rennmaschine schon in gefühlten 5 km Entfernung und ich schaffe es nicht wirklich ein anständiges Erinnerungsfoto zu machen, als der Mann mit fast 200 Sachen an uns vorbei fetzt…

 

 

21 10.5. Sonntag

die neuen Batterien…

Wir stehen mit den Dirt/Sissies als letzte am Startpunkt, die Jungs müssen extrem Nerven beweisen. Oles Defender hat einen Motorschaden und ist noch in Ungarn in einer Werkstatt… oder so… irgendwas soll mit dem Turbolader sein…. Laut Reglement gibt es eine Zeit, bis zu der die Startlinie überfahren worden sein muss, sonst droht Disqualifikation. Während wir uns langsam auf den Weg in Richtung Startlinie machen, haben die anderen zwei Teams noch eine lange Wartezeit vor sich. Uns kommt allerdings auch noch ein kurzer Stopp dazwischen…. an Yankees/ Eumels Navigationscomputer fällt das Netzteil aus… wir sortieren die Volvos um und Fireman fährt vor.

3 10.5. Sonntag                       2 10.5. Sonntag

Im Korridor kommen uns als erstes die Roihesse Ranger mit dem nagelneuen Landrover Discovery entgegen. Der Wagen wirkt wie frisch aus dem Autohaus, den Jungs ist der Weg zu steil und zu schlammig? Wir fahren diesen herrlichen Forstweg bis zu einer Schranke, die prompt von einem Mitarbeiter der Forstbehörde geöffnet wird. Dieser Einsatz wird mit einem Trio Bedrock Bergebier belohnt. Wir kommen zu unseren ersten mäßig steilen Anstieg und danach geht es auf trockenen Wegen im Zickzack durch den Laubwald.

 

Monny bringt zum ersten Mal dieses Jahr die Kettensäge zum Einsatz und zersägt einen abgestorbenen Baum der quer über den Weg liegt. Ein Zeichen, das keiner aus dem Starterfeld unseren Weg für gut befunden hat.

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Links geht es steil abwärts, aber es stehen genug tragfähige Bäume, für den Fall das wir seitlich ins Rutschen kommen. Fred scoutet für uns den Weg, man kann teilweise nur erahnen wo es lang geht. Der Weg ist komplett zugewachsen, wir haben ca 2m Sicht, quasi Nebel aus dichtem Laubwerk. Langsam geht der Weg abwärts und wir haben glücklicherweise den richtigen erwischt, denn Fred wartet an einer Gabelung auf uns.  Es geht in tiefen schlammigen Spuren bergab und zu unserer Überraschung geht es unten im Tal auf Asphalt zügig weiter… Schlammbrocken aus den tiefen Stollen fliegen umher. Wir treffen kurz auf das Team Tibus danach geht es in Serpentinen an einem Bach entlang.

8 10.5. Sonntag   10 10.5. Sonntag

In der nächsten Ortschaft schaffen wir es ein paar unserer mitgebrachten Bärchen an einige schüchterne Kinder zu verschenken, mein rumänisch reicht so weit, das ich das „Dankeschön“ verstehe.

Einige Anwohner geben uns Tipps wo andere Teams lang gefahren sind und wir versuchen unser Glück auf einer Schotterpiste in einem verzweigten Tal das langsam enger wird. Eumel und Fred scouten die Wege. Langsam ziehen dunkle Wolken auf und wir stehen am Fuß eines Berges, die Steigung ist enorm. Yankee und der Harms wühlen sich den Hang hoch. Nach den ersten Metern Kletterei zeigt die Öldrucklampe, das Bedarf an Schmierstoff besteht. Fireman lässt sich erstmal wieder bergab rollen und parkt sehr geschickt in einem kleinen Bächlein. Auf der Suche nach dem Öl kommt mir schon einiges an Gepäck entgegen geflogen, aber ich kann alles vor den Fluten retten. Beim zweiten Versuch verzichtet Fireman vorerst auf Anwendung aller Sperren, was sich prompt rächt. Es fehlt an Vortrieb und wir können zu ersten Mal die Seilwinde zum Einsatz bringen, der Freilauf funktioniert gut und so ist es fast ein Spaziergang im steilen Gelände. Wir winchen zwei Seillängen, bis zu einen Stück wo Fireman den Volvo aus eigener Kraft halten kann. Danach geht es stetig sehr steil weiter und weiter aufwärts, wir verfolgen die Spuren eines anderen Teams, die sich bald im Dickicht verlieren. Wir suchen alle nach einem Weg bergabwärts und finden einen sehr steilen Weg bergab, den aber vor uns definitiv keiner gefahren ist.

11 10.5. Sonntag 12 10.5. Sonntag

Weiter oben am Hang finden wir wieder Spuren. Das andere Team hatte offensichtlich auch seine Not den Weg zu finden, hier und da sind Spuren von Wendemanövern oder die Spuren führen uns im Kreis. Unsere Fahrer müssen sich etwas in Geduld üben, bis wir die Spur gefunden haben, die uns weiter führt.

9 10.5. Sonntag 13 10.5. Sonntag

7 10.5. Sonntag            6 10.5. Sonntag 5 10.5. Sonntag

Kryptische Wegweiser im Nichts…

Es geht im Zickzack zwischen Bäumen hindurch über nasse Felsbrocken und Wurzeln, die sich unter nassem Laub verstecken. Der Wald ist sehr urwüchsig, es gibt keine Spuren von Bewirtschaftung, die Bäume sind dick von Moos und Flechten überwuchert. Der Berg will nicht aufhören, es geht stetig bergauf die Tagesfahrzeit nähert sich langsam ihrem Ende. Wir machen teilweise mehrere Fahrspuren auf, weil zB unser lieber Harms der Meinung ist andere Routenversionen besser fahren zu können. Wir winchen wie die Weltmeister, alle Volvos hängen über mehrere Seillängen an der Winde.

15 10.5. Sonntag 14 10.5. Sonntag

Es geht mühsam voran, alle haben nur das Ziel vor Augen weiter oben einen möglichst ebenen Schlafplatz zu finden. Fred der wieder weit voraus kundschaftet, findet eine geeignete Stelle, die sogar genügend Fläche bietet, das wir unsere Wagenburg aufbauen können. Der Platz ist zwar mitten auf dem Weg, aber egal, hier oben auf 1266m erwarten wir in dieser Nacht keinen Durchgangsverkehr und so bauen wir gegen 19.45 unser erstes Nachtlager. Wir sind gerade mit der Einrichtung beschäftigt, da taucht plötzlich das Team Hurrican Knights hinter uns auf. Ein knallroter Jeep Wrangler und ein Puch G, dessen hinterer Aufbau stark an einen Hummvee erinnert. Die vier bauen Ihr Lager ca 15m von uns entfernt auf.

Während jeder irgendwie mit dem herrichten seines Nachtlagers beschäftigt ist, hat einer von uns noch nicht Feierabend. Unser lieber Koch, der Harms kocht uns Königsberger Klopse, die uns von der Fleischerei Schwieger aus Braunschweig zur Verkostung bereit gestellt wurden. Dazu gibt es einen riesigen Topf Reis und als farbiges I-Tüpfelchen Rote Beete. Im Nachgang gibt es noch für die Schleckermäuler Mousse au chocolat mit Vanillesauce.

4 10.5. Sonntag

~60 Klötze… durch 9 … naja 8 1/2 … naja 8 …. hoffentlich bleibt da keiner hungrig

Ich beschäftige mich lieber mit einem zweiten Gang Königsklötze mit extra Beete. Alle sind von dem kräftezehrenden Aufstieg gezeichnet und es geht ziemlich ruhig zu, besonders im Hause Harms. Steffi 3000 schwächelt und wird von Eumel mit etwas unorthodoxen Mitteln aufgepäppelt. Ich verziehe mich recht zeitig in mein Schlafgemach und verpasse so den Besuch der Hurrican Knights, die uns mit ein paar Bieren im Schlepptau besuchen.

 

11.5. Montag „round and round „

26 11.5. Montag

In der Nacht hat es stark geregnet, das kräftige trommeln auf dem Blechdach hat mich mehrfach geweckt. Am Morgen fühlt sich der ohnehin schon nasse Wald noch einmal doppelt so feucht an, überall tropft es von den Flechten an den Lärchen. Wir gehen den Tag ruhig an. Stephan beglückt uns mit einem abgespeckten british breakfast, es gibt gebratenen Schinken, Rührei und Bohnen. Julian hat am Vortag in einem Anfall von Stärke sein Schiebefenster auf der Beifahrerseite zertrümmert. Die Scheibe wird in einer morgentlichen Bastelaktion durch eine mitgebrachte Plexiglasscheibe ersetzt, die fachgerecht mit der Flex in Form gebracht wird.

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38 11.5. Montag

Masterplan

Gegen 10.00 starten wir, es geht wieder im Slalom zwischen alten Buchen hindurch. Wir folgen roten Wegmarkierungen, die wild im Wald verteilt sind. Fred sucht wieder zu Fuß nach dem Weg, trotz des starken Regens in der Nacht kann man stellenweise noch die Spuren eines anderen Teams erahnen. Wir suchen nach einem Weg der uns den Berg herunter führen soll, finden aber auf dieser Seite des Berges keine sichere Abfahrt. So bleiben wir erst einmal auf der gleichen Höhenlinie und folgen dem Bergkamm. Die Hurrican Knights folgen uns geduldig und helfen hier und da beim wegräumen von Totholz. Der Weg hat es wieder in sich, es geht teilweise mit sehr starkem seitlichen Gefälle am Bergkamm entlang. Die Fahrer haben ordentlich zu kämpfen, das die Volvos nicht kippen und der Rest der Truppe macht den Weg frei. Es müssen oft umgestürzte Bäume weggeräumt werden, teilweise wird einfach ein Stück herausgesägt, damit die Volvos durchpassen. Fireman fällt aus versehen einen abgestorbenen Baum, dessen herabstürzende Äste mich nur knapp verfehlen. Ich folge dem Volvo mit Baumankergurt und Schäkeln behangen, da gelegentlich die Seilwinde zum Einsatz kommen muss. Wie am Vortag ist der Boden mit groben Felsbrocken gespickt, die zusammen mit nassem Laub und seitlichen Gefälle für Spannung beim Fahren sorgen. Obwohl wir uns mühsam weiter bergauf kämpfen, kommen wir gut voran.

27 11.5. Montag 29 11.5. MontagDie Vegetation lichtet sich langsam und wir kommen auf ein Hochplateau auf etwa 1350m. Es ist neblig und wir sind von Wacholderbüschen umgeben. Bei besserem Wetter hätten wir wahrscheinlich eine herrliche Aussicht, aber so durchfahren wir eine graue Suppe. Der Weg ist von den Büschen überwuchert aber nach einer Weile finden wir wieder einen gut befahrbaren Feldweg in von uns gewünschter Richtung.

18 11.5. Montag

32 11.5. Montag                     30 11.5. Montag

Nach einer Weile treffen wir auf das Team Tibus, das aus entgegen gesetzter Richtung unterwegs ist und zwei Fahrzeuge der SK Crew, die wegen besseren Funkempfangs auf der Hochebene sind. Fred, Eumel und ein Tibus scouten gemeinsam nach einem Weg der uns abwärts führen soll. Während dessen tauschen sich die verbliebenen über den bisherigen Trophyverlauf aus.

35 11.5. Montag 34 11.5. Montag                                 33 11.5. Montag

Der eindrucksvolle Mog wird inspiziert und als die Scouts nach etwas Hilfestellung durch lautes hupen durch den Nebel wieder zu uns zurück finden geht es gemeinsam weiter. Es geht einen schlammigen Weg langsam abwärts, wie immer voll konzentriert, weil es zur linken steil der Abgrund gähnt.

2 11.5. Montag

Nach einer Weile geht es bequem auf Serpentinen ins Tal und die Volvos qualmen im Schubbetrieb, ich sitze hinten im Nebel, die Abgase kommen durch jede Ritze. Überall am Wegrand liegen mächtige Buchenstämme, dem Durchmesser nach knapp 100 Jahre alt. An einem Rückeplatz machen gerade einige Waldarbeiter Pause und wir schenken ihnen ein paar Bier. Die Serpentinen führen uns langsam wieder bergauf und es wird unwegsamer. Wir haben wie so oft einen karpatentypischen Anstieg vor uns, das Tal in dem wir uns an einer Insel im Korridor vorbeipirschen wollen, wird zusehends schmaler und es gibt zwei Möglichkeiten den Berg zu erklimmen.

19 11.5. Montag                 21 11.5. MontagDie „kurze“ in freier Falllinie direkt zu unserer linken vll 70% Steigung… und die „laaaange“ durch extrem aufgeweichten Boden mit einer hakeligen Linkskurve und dann einen langen tief schlammigen Weg mit gehörig Seitenneigung. Die tiefen Spurrillen auf der Fahrerseite am Abgrund sorgen für etwas Führung aber unseren Fahrern ist das nicht genug Sicherheit und so kommen die Volvos an die Leine. Es geht mühsam bergauf, die Tibüsse sind immernoch hinter uns, zumindest die beiden Defender. Der Mog liefert sich ein unerbittliches Duell mit dem zuerst erwähnten Hang. Knapp 600 PS verursachen ein zorniges Geräusch, als es mit Vollgas der Steigung an den Kragen gehen soll. Erdbatzen und Steine fliegen wild umher, bis der Vortrieb letzten Endes doch nicht reicht und der Mog mit viel Glück unbeschadet unten wieder zum stehen kommt. Alles in allem zwar eine Eindrucksvolle aber auch sinnfreie Aktion, da ja die beiden Defender hinter uns im Stau stehen.

23 11.5. Montag 22 11.5. Montag 20 11.5. Montag 4 11.5. Montag3 11.5. Montag

Als wir oben auf dem Bergrücken sind machen wir eine kleine Rast, Fred und Julian scouten die Umgebung. Plötzlich hallt ein ungewohntes Geräusch durch den Wald, erst ein Rauschen, dann ein unheilvolles Donnern mit einem finalen dumpfen Aufprall. Wir sehen uns an und sind einstimmig einig, das wir uns einen guten Standort ausgesucht haben. Es ist nicht auszumachen, wie weit die Waldarbeiter entfernt sind, aber eins steht fest… in diesem Wald wurde gerade die Mutter aller Buchen gefällt.

Mir fällt diese pseudophilosophische Frage ein… „Macht ein Baum, der im Wald umfällt, auch dann ein Geräusch, wenn es niemand hört?“  ….JA und wie!

40 11.5. Montag                                          39 11.5. Montag

Unsere scouts kehren zurück und Ernüchterung macht sich breit, wir sind zwar eigentlich genau dort, wo wir hin wollten, aber die weiterführenden Wege sind entweder zugewachsen oder für uns nicht fahrbar. Gedämpfte Laune im Team… dazu kommt noch das Yankees Volvo auf Fünfzylinderbetrieb umgestellt hat. Die Analyse ergibt ein festgegangenes Ventil, das wieder zum Arbeiten gebracht werden kann. Leistung will sich trotzdem noch nicht einstellen.

8 11.5. Montag 7 11.5. Montag 6 11.5. Montag 10 11.5. Montag 41 11.5. Montag

 

 

9 11.5. Montag

Die Tibusse verfolgen uns und platzen in unsere Pause. Gemeinsam werden die Optionen am Berg analysiert und die jeweiligen Erkenntnisse über die bereits erkundeten Wege geteilt. Tibus beißt in den sauren Apfel und macht sich wie gewohnt ungesichert an den Abstieg, der Mog macht ähnliche Geräusche wie die gefällte Buche vorher… Wir zieren uns noch eine Weile und kundschaften auch den letzten Trampelpfad auf dem Bergrücken aus.

24 11.5. Montag

Die Entscheidung zum Abstieg ist längst überfällig, im alt bekannten Bedrocksystem seilen wir die Volvos ab. Yankee sichert den Harms mit der Winde, Fireman hat Yankee sicher am Haken und hält sich selbst mit der Backwinch in Position. Um Yankee den Berg abzuseilen wird Fireman umgesetzt, ihm ist nicht besonders wohl mit der Last und der länge des Abhangs. Mit der vorderen Querstrebe des Dachträgers stützt er sich zusätzlich gegen einen Baum ab. Die Aktion hinterlässt deutliche Spuren an der Konstruktion. Zum Schluss lässt sich Fireman mit der Backwinch und Umlenkrolle ab. Es dauert durch die halbierte Seillänge ewig, wir müssen alle 10-15m Zwischensichern und die Winde wieder aufspulen. Das ist eigentlich kein Thema aber ständig springt der Gang raus oder der Freilauf hakt. Für den sonst sehr ruhigen Fred eine harte Geduldsprobe, er kämpft mit dem störrischen Stahlseil und schimpft wie ein Rohrspatz. Julian und ich kommen unserer Berufung als Winchmonkeys nach und jonglieren mit Schäkeln und Baumankergurten… schon nach der halben Strecke sind wir durch die Seile etc auf dem schlammigen Boden total eingesaut. Wir versuchen das Beste daraus zu machen, mit einer gehörigen Portion Humor geht es Seillänge um Seillänge abwärts.Fred kann die Bedienelemente der Winde hinten nur bei geöffneter Hecktür erreichen, so haben wir freien Zugang zum Bierlager 🙂

Weiter unten am Berg kämpfen Yankee und Harms mit den Tücken des Weges, mittlerweile sind die beiden an dem Steilstück angelangt, wo sich vor vielen Stunden der Tibusmog vergnügt hat. Yankee sichert Stephan, was auch dringend nötig ist, im weichen Boden rutscht Stephan in eine ungünstige Position und kippt fast. Bei Steffi 3000 liegen die Nerven blank. Die Jungs schaffen es ein Unglück zu vermeiden und der Harms kommt auf allen vieren unten am Ausgangspunkt unserer Tagesrundreise an.

Sehr bitter… die Tagesfahrzeit nähert sich unaufhaltsam ihrem Ende und wir haben noch zwei Volvos auf dem Berg mit ganz schlechten Optionen für ein Nachtlager. Den Fahrern sind die Strapazen des Tages deutlich anzumerken, Yankee mittlerweile noch vorsichtiger als sonst, wird langsam in den Abhang dirigiert. Er muss sich so weit wie möglich selbst vortasten, damit Fireman so nah wie möglich anschließen kann um dann die volle Seillänge zum Ablassen nutzen zu können.  Routiniert wird der Volvo sicher ins Tal gebracht. Harms und Yankee machen sich unten auf dem Weg ein schönes Nachtlager zu finden.. Um die Arbeit für uns etwas abwechslungsreicher zu gestalten, variieren wir Firemans Talfahrt.

25 11.5. Montag

Der Volvo wird unter Zuhilfenahme der Seilwinden auf der Stelle im Hang gedreht, damit wir zum Abseilen die Frontwinde mit der wesentlich größeren Seillänge nehmen können… es gilt Zeit zu sparen. Die Wendeaktion und das Abseilen laufen geordnet ab, jeder weis, was er zu tun hat  Eumel, Julian und ich sind wie Zahnräder die ineinander greifen.

Unten angekommen versuchen wir mit dem Rest der Bande Kontakt aufzunehmen, wir bekommen nur sporadisch Antwort am Funk und der Informationsgehalt ist gering. Wir sollen zu einer Kreuzung kommen, dort wäre gleich der Lagerplatz… hmm ich erinnere mich langsam an die Strecke bis zu unserem Ausgangspunkt für den Aufstieg… ääähm, Jungs das ist jetzt ganz schön weit…

Keine Zeit das Auto vernünftig zu packen, im hinteren Abteil liegt alles kreuz und quer, keine Möglichkeit zu sitzen. Eumel und Julian stehen hinten auf der Stoßstange und klammern sich am Dachträger fest. Ich treibe Fireman vom Beifahrersitz an, die Zeit rennt, von der Kreuzung auf der Karte keine Spur. Wir preschen mit atemberaubender Geschwindigkeit, so gut es eben geht den ruppigen Weg entlang. Der Wasserstand des Bächleins, das den Weg geflissentlich kreuzt hat im Vergleich zur Hinfahrt deutlich zugenommen.  Wir flüchten durch das Tal, den DQ im Nacken, Funksprüche bleiben ungehört und/oder unbeantwortet, es ist schwer abzuschätzen wie weit wir noch fahren müssen…. und dann passiert es…

Eumel verliert seine Brille, da wir mit einem „blinden“ Navigator nix anfangen können, findet Julian die Brille rasch. Die wilde Hatz geht weiter und nach unzähligen Kurven kommen wir 20.14 Uhr endlich an die erlösende Kreuzung und dem Schlafplatz. Es folgt ein wirres Parkmanöver, alle sind aufgeregt und so kommt es, das zeitweise drei Leute einweisen… per Funk, Winken …etc ein schönes Durcheinander. Letztlich haben wir einen netten Platz im saftigen Grün, zwar 3m neben einer Forststrasse und einem laut rauschenden Bach…aber ein Platz ist ein Platz ist ein Platz!

13 11.5. Montag

… ich bin nur gaaaaaaanz dick angezogen

14 11.5. Montag 12 11.5. Montag15 11.5. Montag                 16 11.5. Montag 17 11.5. Montag

Nachdem die Volvos in bewährter Formation stehen, wird das Tarp über der Küche aufgebaut und der Harms kann seinen Verpflichtungen nachkommen. Es gibt Wurstbrät mit Kartoffelpüree, während der Harms das Essen bereitet, kümmert sich Julian um Holz für unser erstes Lagerfeuer. Während wir uns beim Essen langsam wieder vertragen, weil über den harten Tag doch hier und da einmal ein böses Wort gefallen ist, reißt der Himmel über uns auf. … Nein kein Regen! Sternenhimmel! Am Lagerfeuer sitzend entdecken wir nach dem einen oder anderen Bier uralte Sternzeichen, die in unseren heimischen Gefilden nur selten zu sehen sind. Besonders angetan bin ich vom „Kleinen Volvo mit Schleppstange“ direkt über unseren Köpfen, ein seltenes Glück. Nach einer Überdosis Wurstbrät schleppe ich mich in mein Schlafgemach während die Jungs draußen noch das Feuer genießen.

 

12.5. Dienstag  „Cuculus canorus“

Es wird gegen 07.30 geweckt und bei dem kurzen Frühstück kommen Ideen auf, die Runde vom Vortag noch einmal auf Zeit abzufahren. Ein lustiger Moment (für uns) war übrigens gestern, als Harms als erster die Runde absolviert hatte und die outofcontrol.ch-Romaniacs … oder kurz Carmen und Roland (ehemals Blackmagic) unten am Fuß des Berges ankamen, den wir grad schon mit unseren Fedimaspuren verziert hatten. Manchmal ist die Superkarpata wie das Rennen von Hase und Igel 😉 und insgeheim beruhigt es unheimlich, wenn Teams die eigentlich deutlich schneller unterwegs sein sollten, im gleichen Gebiet rumkrebsen wie wir.

Der Morgen ist sonnig und wir lassen nachdem das Camp beräumt ist gegen 08.30 Uhr die Motoren warm laufen. Firemans Lichtmaschine mach abscheuliche Geräusche, die Jungs vorn beschließen diese Heulboje am Abend zu tauschen, ich hoffe das sie noch so lange durchhält.

 

45 12.5. Dienstag                                         44 12.5. Dienstag

Erstmal folgen wir der Forststraße und fahren durch ein tief eingeschnittenes Tal mit Schotterpiste. Die Straße ist gerade im Bau, ein Baggerfahrer macht uns freundlich Platz. Die Hänge um uns herum sind mit Vergissmeinnicht Teppichen belegt, überall leuchtet es blau.

17 12.5. Dienstag 16 12.5. Dienstag

Wir kommen an einem Holzumschlagplatz vorbei, es ist eng neben dem großen Holzlaster und die Arbeiter machen uns bereitwillig Platz. Dumm nur das wir zu weit gefahren sind… wir wenden und müssen die Arbeiter ein zweites Mal stören. Auch diesmal kein Problem, wir warten kurz und Fahrer macht mit dem Kran extra Platz. Ein Mann mit Transporter wartet scheinbar schon etwas länger auf ein Durchkommen und nutzt die Chance mit uns, er wird bei Firemans Volvo eingehängt und durch den aufgeweichten Boden des Lagerplatzes gezogen.

3 12.5. Dienstag 50 12.5. DienstagBei uns geht es zügig weiter. Die Straße auf der wir unterwegs sind, ist allerdings gerade im Bau begriffen.. dementsprechend holperig geht es zur Sache.

47 12.5. Dienstag 1 12.5. Dienstag 2 12.5. Dienstag

Wir kommen durch extrem ausgewaschene Wege bergauf, hier ist gefühlt ewig nichts mehr gefahren. Irgendwo im Nichts stellt Fred fest, das wir links abbiegen müssten, und siehe da man kann tatsächlich Rudimente eines Weges erahnen. Mehr oder weniger querfeldein kommen wir zu der Forststraße zu der wir wollen. Bis auf eine einsame frische Reifenspur ist von der Straße nichts mehr zu erkennen, das Unkraut ist etwa knietief. Die Straße schlängelt sich am Abhang entlang und gelegentlich müssen wir umgestürzte Bäume zusägen, das die Volvos bequem durchpassen. An anderen Stellen haben kleine Bäche die Straße teilweise weggespült und später liegt ein großer Wurzelstock im Weg. Die Volvos müssen mit dem Wurzelwerk auf Kuschelkurs gehen, ich hoffe inständig, das unsere Lehne durch die plötzliche Belastung nicht ins Rutschen kommt.

4 12.5. Dienstag

auf Tauchfahrt durchs Unkraut

52 12.5. Dienstag 51 12.5. Dienstag 19 12.5. Dienstag 15 12.5. Dienstag 10 12.5. Dienstag 9 12.5. Dienstag              8 12.5. Dienstag 7 12.5. Dienstag 6 12.5. Dienstag 5 12.5. Dienstag

Frankfon 1551

Der Weg ist durch ein anderes Team schon weitgehend frei gesägt, aber trotzdem kommen wir gelegentlich an Stellen die von uns etwas mehr Pionierarbeit erfordern. Ein Erdrutsch blockiert den Weg, die anderen sind scheinbar einfach drüber gefahren. Mit den wesentlich höheren Volvos gestaltet sich das schwierig, alle verfügbaren Spaten werden aktiviert und es wird ein Graben für die rechten Räder gegraben… die linke Spur wird mit dem Aushub aufgefüllt. Bald kann es weitergehen, zumindest fast, wenige Meter weiter blockieren zwei Bäume den Weg. Wieder wäre es von Vorteil mit kleineren Fahrzeugen unterwegs zu sein. Monny müht sich mit der Kettensäge durchs Totholz, die 30-40 cm dicken Stämme müssen mehrfach gekürzt werden, da sie nachrutschen, oder in einem noch ungünstigeren Winkel als vorher zum liegen kommen. Nach der nächsten Kurve sind wir an der Talsohle angekommen, die Vegetation lässt die Straßenbegrenzungen nur vage erahnen, irgendwo im Gebüsch entdecke ich ein Schild „Drum Forestrale“ . Da sind wir eigentlich mehr Luxus gewohnt aber wir kommen langsam am linken Ufer eines Baches voran. Der Boden neben dem Bach ist extrem aufgeweicht und Yankee, der eigentlich nur den Spurrillen der anderen folgen braucht kommt plötzlich seitlich ins Rutschen… Fireman ist schon ein ganzes Stück voraus, als uns ein Funkspruch erreicht: “ Wartet mal da vorne, ich ki….“ danach kommt erstmal nix mehr. Ich laufe zurück und sehe Yankee in seiner misslichen Lage, in maximaler Schräglage versuchen alle irgendwie ihre Pfunde so zu verteilen, das der Wagen nicht doch noch kippt.

54 12.5. Dienstag

53 12.5. Dienstag             18 12.5. Dienstag

Das Bergeteam ist sofort zur Stelle, der Volvo wird erstmal seitlich an einem Baum gesichert. Ein paar deutlich sichtbare Halteleinen wirken oft Wunder auf die Psyche unserer Fahrer 🙂 . Der Harms positioniert seinen Volvo so, das er als Anschlagpunkt taugt und Yankees Frontwinde kommt mit Umlenkrollen zum Einsatz. Der Wagen steht bald wieder sicher und normalerweise gönnen wir unseren Fahrern nach so einer Aktion gerne einige ruhige Minuten, aber wir müssen schnell weiter. Gnadenlos wird Yankee wieder hinters Lenkrad verfrachtet und nach einigen Kilometern am Bachbett können wir die grüne Hölle aus Tafelblattstauden verlassen.

Wir sind in der Nähe von Otelu Rosu und wollen tanken, die Tankstelle die von der Orga in der Karte markiert ist hat allerdings kein 98 Oktan im Angebot. So suchen wir weiter nach einem besser sortierten Benzinfachgeschäft. Eine Ortschaft weiter haben wir Glück, unterwegs sehen wir hier und da andere Teams am Straßenrand. Unter anderen Tibus bei einem Reifenservice, was da wohl passiert ist? Die Tankstelle unserer Wahl ist in Caransebes und leider außerhalb des Korridors. Allerdings müssen wir den Korridor ohnehin verlassen um außerhalb einige Kilometer zu machen und der Ziellinie näher zu kommen. Wir machen nachdem alle Volvos und verfügbaren Kanister wieder aufgefüllt sind kurz Rast auf dem Parkplatz und jeder nutzt den Luxus, ohne von wilden Tieren belauert zu werden, eine Toilette mit fließend Wasser zu benutzen.

59 12.5. Dienstag                            56 12.5. Dienstag 55 12.5. Dienstag

Bei der Rast darf natürlich ein kleiner Imbiss nicht fehlen, es gibt Königsklopsereste mit Reis auf Brot und Wurstbrätreste auf Brot und als Dessert Grießbrei, natürlich auf Brot… eine unvergleichliche Kohlenhydratbombe und ein Gaumenschmaus obendrein.

Von der kleinen Zwischenmahlzeit gelähmt, verschlafe ich die Überfahrt in der Zivilisation und wache in einer unbekannten Ortschaft auf, wir stehen am Straßenrand und der fürsorgliche Harms hält mir ein Eis vor die Nase. Es ist für Superkarpata Verhältnisse ziemlich warm und so bin ich dankbar für die Abkühlung. Als nächstes überqueren wir einen Fluss und schlängeln uns mit den Volvos durch ein enges Wohngebiet, einige der Anwohner grüßen freundlich oder winken uns zu. Der eingeschlagene Weg führt wie immer die Berge hinauf.

20 12.5. Dienstag

Am Fuß des Berges ist eine große Fischzuchtstation, wir biegen rechts über eine schmale und ziemlich baufällig aussehende Betonbrücke ab. Nach wenigen Metern kommen wir an eine steile aber trockene Spitzkehre. Fireman zögert etwas, bis Harms von hinten lästert, das auf dem Weg Pkw Spuren zu erkennen sind. Das Argument zieht und Fireman belastet seinen Gasfuß. Der Weg ist schmal und sehr trocken und führt in Serpentinen, die für die Dreiachser etwas eng sind, aufwärts. Wie immer gähnt neben uns der Abgrund und die jungen Eichen am Wegrand machen nicht den Eindruck uns auffangen zu können. Das müssen sie allerdings auch nicht. Nach einer Weile haben wir auch diesen Berg bezwungen und wir finden uns auf einer schönen Wiese mit tausenden Grashüpfern wieder.

60 12.5. Dienstag

schwer zu fotografierender Geselle

Unsere Navigatoren beschließen noch ein paar Kilometer über diese Wiesen in Richtung Ziellinie zu fahren.

25 12.5. Dienstag

Der Bergrücken ist hügelig, von etwa 700m haben wir eine schöne Aussicht über die benachbarten Täler. Wir schlagen unser Lager auf einer Wiese am Wegrand auf. In vorauseilendem Gehorsam schnappe ich mir Sekundenbruchteile nachdem die Volvos stehen, Kabelbinder aus Yankees Schublade und klettere aufs Dach, damit mir das Tarp gereicht werden möge… aber der Rest der Truppe hat stillschweigend beschlossen, das wir diese Nacht ohne auskommen und genießt einige Meter entfernt die Aussicht und ein Feierabendbier.

 

23 12.5. Dienstag     14 12.5. Dienstag 12 12.5. Dienstag   13 12.5. Dienstag

In der Nähe ruft uns ein lustiger Vogel… “ hallo Bedrock… hallo Bedrock… kuckuck…kuckuck“ er ist also wieder da und umzingelt uns mit seinem Ruf…               “ Einem Ruf uns zu knechten, uns alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Im Lande Siebenbürgen, wo immer Regen droht.“

Fred und Fireman tauschen wie am morgen beschlossen die Lichtmaschine. Im Laufe des Tages hat sich das Soundprofil zwar wieder gebessert, aber sicher ist sicher. Ich entlade den halben Volvo um an die Kiste mit den Ersatzteilen zu gelangen.

Der Harms kocht uns diesen Abend Gulasch aus dem Hause Schwieger mit Nudeln, ein Gericht, das sich schon auf den letzten Trophys bewährt hat. Als Nachspeise gibt es heute Grießbrei mit heißen Kirschen.

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Günstigerweise liegen überall trockene Äste herum, die im Anschluss an das Abendessen ein gemütliches Lagerfeuer ergeben… wenn da nicht diese Maikäfer wären, die sich Hyänen gleich, auf uns stürzen. Zumindest machen sie den Eindruck weil sie vorzugsweise in Kopfhöhe unterwegs sind und scheinbar navigatorisch nicht sehr begabt.

Der Abend klingt trotzdem ruhig am Lagerfeuer aus.

 

13.5. Mittwoch “ Heute ist Geburtstag….  “

 

Täterätäää, Yankee hat einen Jahresring mehr! Zur Feier des Tages und als kleine Überraschung gibt es einen Geburtstagskuchen von unserem Koch serviert. Zufällig sind die Früchte gestern Abend mit Tortenguss aus „heiße Kirschen Saft“ an einem Tortenboden fixiert worden, der die letzten Tage heimlich durch die Karpaten gefahren wurde. Harms höchstes Ziel war es, den Tortenboden unversehrt durch die Wälder zu transportieren, komme was da wolle.

113.5. Mittwoch

er schläft noch

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Fred war vor dem kurzen Frühstück schon fleißig und hat die Umgebung ausgekundschaftet auf den nächsten Kilometern kenn er jede Pfütze und Spurrille mit Vornamen. Das bewahrt uns bei der Suche nach einem Weg ins Tal allerdings nicht vor einer kleinen Ehrenrunde. Wir versuchen stur einige abzweigende Wege statt auf der geschotterten Bundesstraße zu bleiben und nach einigen Erkundungskilometern durch Wälder mit jungen Eichen schlagen wir den naheliegendsten Weg ein.

Wir kommen an den noch friedlich campierenden Nu pogodi und Korridor Express vorbei, teilweise sind die Wege stark ausgewaschen, tiefe Rinnen bilden ein verzweigtes Muster, die Fahrer haben noch einmal eine kleine Trialeinlage bis es final auf einer gut ausgebauten Schotterstraße in Richtung Ziellinie geht. Als kleines Geburtstagsschmankerl diesmal zur dritten Superkarpata eine absolute Premiere… wir überqueren die Ziellinie von innen aus dem Korridor heraus. Das klingt irgendwie blöd, das extra so zu betonen, ist aber denke ich auch nur für ehemalige Teilnehmer nachvollziehbar. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es trotzdem, die an diesem Morgen so kampflos bezwungene Ziellinie hinterlässt zumindest bei mir und Julian einen etwas faden Nachgeschmack… kein Windeneinsatz, kein Regen, kaum Zeitdruck… Wir fahren bei herrlichsten Sonnenschein auf einem Highway durch frei umherlaufende Pferderudel und Kuhschwärme. Die Volvos qualmen wie immer im Schubbetrieb bergab.

2413.5. Mittwoch 2313.5. MittwochGeorg hat uns am Start einen Zielort an einem Gewässer angepriesen, wir kommen nach unserer problemlosen Fahrt bei Orsova an und bestaunen den herrlichen See. Der Irrtum hält sich noch eine ganze Weile, ich habe ohnehin keine Ahnung wo wir sind, nur gelegentlich habe ich den maximal eingezoomten Kartenausschnitt im Blickfeld. Dort erkennt man zwar jeden Baum, der vor fünfzig Jahren in Rumänien stand aber für eine grobe Information taugt es nicht, das ich plötzlich serbisches Telefonnetz habe macht mich stutzig, aber egal…

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Wir suchen nach einem Platz um die Volvos abzustellen und wollen uns ein Cafe suchen. Unseren derzeitigen Standort trennen einige verwahrloste Betonstufen von unserem favorisierten Parkplatz nahe des Seeufers. Einige Anwohner gestikulieren wild, als wir auf den Absatz zurollen. Die Aussicht auf Kaffee spornt die Fahrer zu einem kleinen Stunt an… eigentlich erwarte ich einen Sprung a la Ballistic BJ Baldwin, aber langsam die Stufen runterrollen reicht auch, die Fragezeichen über den Köpfen der Leute ringsrum sind deutlich sichtbar. … die Russen kommen… wieder…

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Wir laufen erstmal etwas ziellos umher, genießen den Luxus ebenen festen Bodens unter den Füßen und fragen uns nach einem Cafe durch. Wir finden ein nettes mit einer schönen Terrasse direkt am Seeufer, Yankee gibt uns zu seinem Ehrentag ein Frühstück aus, unser Koch Harms kann nicht aus seiner Rolle schlüpfen und ordert verschiedene Omelettversionen, Salat, natürlich Kaffee. Die Kellnerin braucht nach jedem Besuch bei uns eine Weile bis sie zurück kommt, selbst die Bestellung wird in mehrere Etappen aufgeteilt. Wir fühlen uns wohl… fünf Tage ohne duschen muss doch mal gehen 😉  aber wahrscheinlich zählen sonst gepflegtere Touristen zum Publikum.

Gesättigt machen wir uns wieder auf den Weg, erst einmal zu einem Bierfachgeschäft… vor einem Pennymarkt treffen wir Nu pogodi und Spirit of Expedition. Die ersten Infos werden ausgetauscht, die Stimmung ist gelöst. Die Spirits besorgen eine Blechrolle??? was es hier so alles gibt…

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Es ist nicht mehr so weit bis zum Camp, wir fahren durch einige kleine Ortschaften immer schön am Seeufer entlang, irgendwie ganz schön groß dieser See? Und dann irgendwann steht er vor uns … der Redbullbogen..  wir sind im Ziel, den Volvos werden kaltherzig die Gpsboxen entrissen, die leeren Kabelstränge baumeln traurig umher. Wenige Meter weiter biegen wir auf den Platz ein der von Georg als Fahrerlager auserkoren wurde… natürlich am Seeufer 😉

Viele Teams sind schon da, Boris besucht uns und erklärt uns in seiner Eigenschaft als Navigator der Devils wo wir sind… Eisernes Tor …Donau ! aha, am anderen Ufer ist Serbien.

1713.5. Mittwoch 513.5. MittwochWir bekommen einen Platz in einer ruhigen Ecke zugewiesen. Beim Streifzug durchs Camp vermisse ich Sanitäre Einrichtungen, nach einer Weile entdecke ich Wegweiser die in den ersten Stock einer angrenzenden Pension führen, dort ist eine Ferienwohnung angemietet es gibt ein gefliestes Zimmerchen mit Dusche, das steht für alle (ALLE !) Teams zur Verfügung… Georg räumt ein, das in der näheren Umgebung weitere Zimmer bei Bedarf zu mieten wären. Im Laufe des Tages zwischen immer mehr frisch gewaschen Teilnehmern, steigt der soziale Druck ins unermessliche, Yankee gibt irgendwann nach und spendiert Team Bedrock eine eigene Dusche zwei Häuser weiter in einer Pension.

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Langsam wird es Zeit für die Sonderprüfung, dieses Jahr wieder eine handwerkliche Aufgabe aber nicht so komplex wie die bei der 10. Superkarpata. Wir sollen zwei dicke Bleche überlappend verschweißen, allerdings sind mitgebrachte Schweißgeräte tabu und das Camp darf nicht verlassen werden, damit keiner schummeln kann.

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Wir sollen die in den Autos vorhandenen Batterien nutzen und bekommen vom Veranstalter ein darauf abgestimmtes Schweißset und 20 Elektroden gestellt. Bedrockmäßig fahren wir natürlich die großen Geschütze auf, siegessicher werden die insgesamt vier Starter- und Bordstrombatterien vom Lars (Harms Volvo) ausgebaut und in Reihe geschaltet… 48V mit unheimlich vielen Ah lassen das Blech vor Angst schmelzen… die Leistung muss deutlich reduziert werden und so lernen wir, das man auch mit 24V auskommt… Beim auseinanderbauen der Schweißanlage passiert ein Lapsus, ein Batteriepol schmilzt in Sekundenbruchteilen zu einem Drittel weg und sprengt dabei die Polklemme.

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Der Harms schafft es aber, seine Batterien wieder zu installieren. Den Belastungstest besteht das Schweißkonstrukt problemlos und die Zeitgutschrift ist uns sicher. Fred darf sich noch mit einem Akkuschweißgerät, das zum Schnäppchenpreis angeboten wird versuchen. Um die Spannung zu erhöhen wird diesmal auf Stoß geschweißt, auch diese Schweißnaht hält. Insgesamt mutiert diese Prüfung etwas zur Dauerwerbesendung für Fronius, die diese Aufgabe gesponsert haben. So muss sich Fred bei der Vorführung des Akkugerätes seinen Schweißhelm mit einem Sponsorenaufkleber verzieren. Nun Ja…

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Familie Harms lacht die Devils aus… äääh AN

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Auffällig ist, das einige Teams nicht auf dem Campgelände sind, der Beginn der Sonderprüfung ist etwa eine Stunde nach der spätest möglichen Zieleinfahrt. Das bedeutet DQ, ausgerechnet für den Sieger der letzten Superkarpata teamaurer II und auch die Red Ants, die letztes Mal in der ersten Etappe für eine Überraschung sorgten fehlen. Sehr Merkwürdig…  nach einer Anfrage beim Veranstalter kommt die Antwort, das beide Teams in der Sonderprüfung C fest hängen, genaueres wird gerade vor Ort sondiert, es sei keiner ernsthaft verletzt aber es würde wohl dauern, bis die Jungs ins Camp kommen.

Die Geschichte nachzuerzählen spare ich mir hier, es gibt einen Bericht von Gregor Schiller teamsaurer II.

Insgesamt eine ärgerliche Geschichte. Als wir zuvor am Tag Spirit of Expedition getroffen haben, hat uns Michi erzählt, das schon die Anfahrt zum Einstieg in die Sektion nicht fahrbar gewesen wäre. Es ist natürlich immer subjektiv, aber die vielen auch erfolgreichen Superkarpata Teilnahmen der Spirits sprechen für Ihre Erfahrung. Ich schätze deswegen Michis Aussagen durchaus als realistisch ein. Der Ehrgeiz der Saurer hat sie letztlich die Führungsposition gekostet, da sie zwar ihre eigenen fahrerischen Möglichkeiten gut abgeschätzt haben, aber ein unkalkulierbarer Fall eingetreten ist.

Den Rest des Tages lungern wir im Camp herum, unterhalten uns mit den anderen Teams, diszipliniert verschwindet ein Bedrocker nach dem anderen und sucht das von Yankee bereitgestellte Etablissement auf. Ein Vorgang der sich hinzieht, da einige von uns mehrere Waschgänge brauchen, bis sie sich wieder der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Meiner Reinigung kommt das Abendessen und die Auswertung der ersten Etappe in einem Lokal mit Terrasse an der Donau dazwischen, was solls… ich hab die letzten Tage dreckig gespeist, warum sollte ich da von bewährten Gewohnheiten abweichen.

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Anders als Georg uns am Start versprochen hat handelt es sich zu meinem Leidwesen nicht um ein Fischrestaurant in dem die Präsentation stattfindet. Ich habe mich schon unheimlich auf rumänische Sushi Variationen gefreut, die mir jetzt vorenthalten werden. Statt dessen gibt es bedrocktauglich Steak und vorneweg Brot mit sauer/scharf eingelegten Paprika, bei denen sogar Yankee zugreift. Bei der Aussicht auf Fisch war in einigen Gesichtern eine gewisse Reserviertheit abzulesen. Nachdem gespeist wurde geht es an die Auswertung, wie schon von den letzten Jahren gewohnt gibt es die Routen der einzelnen Teams durch den Korridor zu sehen. Unser Teamname fällt ziemlich früh und nah bei den zahlreichen Ausfällen. Wir sind auf dem 16. Platz. Durch den DQ der zwei Teams (die immer noch in den „Weg“ fest hängen) konnten wieder alte Bekannte auf das vorläufige Treppchen steigen. Zur Eröffnung des gemütlicheren Teils des Abends gibt es rein zuuufällig eine Durchsage von Georg, das unser Fahrer Yankee Geburtstag hat… wer sich da wohl verplaudert hat??? und es gibt ein kleines Geburtstagsständchen. Er ist allerdings nicht der Einzige, Rainer Maisch von den Lords of Darkness feiert heimlich seinen 50. Zum Glück hab ich für meine Pfeifenraucher im Team eine Kleinigkeit gebastelt. Da Monny aber zum Elektrorauchen übergelaufen ist, habe ich ein Mitbringsel übrig, das wird einfach fremdverschenkt.

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Harms wirkt etwas angefressen, weil er nicht kochen darf

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Geburtstag Nr II.

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Überall auf der Terrasse schwatzen die Teams wild durcheinander, ein guter Moment heimlich zu verschwinden und Duschen zu gehen. Leider ist fireman auf den gleichen Gedanken gekommen und hat sich den Schlüssel stibizt… ich mache mich trotzdem auf den Weg um ihn sofort abzufangen wenn er zurück kommt und warte im Dunkeln 😉

Am nächsten Morgen soll es wieder frisch ans Werk gehen, deswegen gehen die meisten relativ früh zu Bett, oder in Monnys Fall unter den Volvo?? er verschmäht zu meinem Glück das Pensionszimmer… ich sitze noch eine Weile mit Julian und will mich irgendwann zur Pension nebenan begeben und kann meinen Lieblingszimmermann nicht abschütteln. Oben auf der Straße kommt gerade Hans Peter an, er war bis eben bei den Jungs in dem Weg der Sonderprüfung C.

58 12.5. Dienstag

Er lädt uns auf ein paar Bier ein und erzählt… es fallen viele Vokabeln wie „unverantwortlich“ „grob fahrlässig“ etc.. er erzählt von Felspassagen ohne Sicherungsmöglichkeit und teilweisen Wegbreiten von etwa einem Meter. Es ist spät und die Gemüter sind aufgeheizt. Die Straße vor den Pension ist stark von Schweizern frequentiert, Julian und ich dazwischen… fremde Lautfolgen dringen an unsere Ohren ohne in irgend einer Weise für Erkenntnis zu sorgen. Hans Peter bemerkt unser Problem und ermahnt seine Landsleute sich deutlicher zu artikulieren. Wir sind zwar mittlerweile einiges an Mundart gewöhnt aber hier setzt zumindest mein Spracherkennungsmodul teilweise aus,  gerade mir als jemand, der aus der Wiege des Hochdeutschen stammt, fällt es sehr schwer dem Gesprächsfaden zu folgen. Es fällt mir leichter mich in das Pensionszimmer mit Donaublick zu verziehen, es ist mittlerweile immerhin schon nach 0200.  Ich nasche noch vorsorglich eine Aspirin und genieße es voll ausgestreckt schlafen zu können.

 


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