32. Pomerania 2011

Genau wie im letzten Jahr trifft sich der Großteil des Teams, nach stundenlanger Autobahnfahrt, an der Raststelle Buckowsee Ost. Weil der Harms Probleme mit seinem Mietanhänger hat, warten wir wiedermal auf unsere Nordfraktion. Die Zeit überbrücken wir mit einer kleinen Zwischenmahlzeit und etwas Kaffee.

Obwohl wir mit unserem Konvoi auf der Landstrasse teilweise nur 50Km/h fahren und einen beachtlichen Stau hinter uns herziehen, kommen wir noch bei Tageslicht auf dem Campingplatz an.

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Das Basiscamp liegt zwischen einem großen und mehreren kleinen klaren Seen.

Da wir auf dem Platz das erste Team sind, was ein absolutes Kunststück ist, wenn man einen Tag früher anreist, belegen wir unseren Stammplatz vom Vorjahr und richten uns mit Mannschaftszelt und Feldküche erstmal häuslich ein. Wir genießen das eine oder andere Kellchen und lassen den Anreisetag gemütlich ausklingen.

Der nächste Morgen wird auch sehr entspannt, wenn auch teilweise verkatert angegangen. Im Laufe des Tages müssen diverse Räder gewechselt werden um mit möglichst grobstolligen Profil für das was einen die nächsten Tage erwarten möge, bestmöglich gewappnet zu sein. In den zwei Dreiachservolvos wird in den folgenden Tagen der Hauptteil der Navigationsaufgaben gelöst, dafür bekommen die Beifahrer jeweils einen schönen selbstgebauten Laptophalter nebst Toughbook installiert.

Ich kann mich währenddessen entspannt zurücklehnen und meinen Kater, der mir am Vorabend zugelaufen ist, pflegen. Ich habe ihn wie unseren ersten Kater in der Familie, Lukas getauft.

Nach und nach treffen andere Teams ein und freuen sich, das wir ihnen die vermeintlich schönen Plätze am See freigelassen haben. Wir bevorzugen unseren warmen Hügel, soweit man bei Nachttemperaturen von bis zu -7° noch von warm reden kann…

Am späten Nachmittag registrieren wir unsere Fahrzeuge im Startbüro bei Joanna, die Beschreibungen der Sonderaufgaben an den verschiedenen Checkpoints werden mit den Startnummern ausgeteilt. Es gilt wieder genau wie im Vorjahr, diverse Prüfungen in Sachen Erste Hilfe, Hindernisüberquerung und Beifahrerschinderei abzulegen.

Unser Küchenbulle ist der Erste der sich im morgentlichen Frost aus dem Schlafsack schälen muss, das Notstromaggregat für die Mannschaftskaffeemaschine läuft an. Solange das Aggregat unter Volllast läuft, kann man sich noch im Schlummermodus in den Schlafsack kuscheln. Sobald sich das Geräusch ändert, gilt es aufzustehen, denn der Kaffe ist fertig. Abgesehen davon ist ohnehin jeder so kurz vor dem Start bis in die Haarspitzen aufgeregt.

Überall im Camp laufen die Fahrzeuge warm, hier und da bollert ein V8 vor sich hin. Die Geräuschkulisse reicht von gemütlichen Geblubber bis hin zu unheilvollem Gefauche.

Nach einer kleinen Stärkung holen wir am Start die Roadbooks bis zum ersten Checkpoint im Gelände ab, von wo es dann eigentlich erst losgeht.

Denken wir…..

Wir fahren gemütlich auf der Landstrasse in die Richtung des riesigen Militärgeländes, auf dem wir uns die nächsten Tage vergnügen werden. Auf einmal geht’s kurz vor dem eigentlich geplanten Tankstopp rechts in einen Seitenweg, erst über einfache Feldwege und auf einmal finden wir uns in schlammigen tiefen Spurrillen wieder Hääää????  Soll man hier wirklich schon in den Allradmodus schalten, bevor die Veranstaltung begonnen hat? Ehe ich mich versehe hab ich mir einen Spiegel abgefahren und finde mich sekundenspäter vor einer Springbirke wieder. Reumütig drücke ich den kleinen roten Knopf am Armaturenbrett. Von hier an geht es mit erhöhter Vorsicht weiter. Fireman büßt auf einem engen Waldweg auch einen Rückspiegel ein.

Nach einer Weile kommen wir an den ersten Checkpoint, erhalten den ersten Teil des Roadbooks und können uns endlich ins Getümmel stürzen. 

Das Gelände ist sehr abwechslungsreich, es gibt viele Wasserdurchfahrten, breite Sandpisten und verwinkelte Waldpassagen zu bezwingen.

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Le Styx… wo ist der Fährmann?

 Hier wird eine relativ lange Wasserdurchfahrt begutachtet, die Erinnerung, das hier bei der letzten Breslau MAN KAT und ähnliche Gefährte Spurrillen hinterlassen haben, bereitet mir etwas Kopfschmerz. Aber wir sind ja nicht zum Kaffeekränzchen angereist und queren das Flüsschen, die Brücke daneben wird nichtmal Ansatzweise aus dem Augenwinkel betrachtet und dient ausschließlich als Standort für die Fotografen.

An der Strecke gibt es viele Stationen an denen die verschiedensten Aufgaben erledigt werden können um dann im Anschluss mit begehrten Punkten entlohnt zu werden.

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Man kann sich an seinen Beifahrer fesseln lassen und gemeinsam einen Waldspaziergang machen.

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Oder man Spaziert mit Gepäck im Sumpf.

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Man kann sich gemütlich Kaffee kochen.

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Oder einfach mal entspannt hängen lassen.

An dieser Station haben ir uns relativ lange aufgehalten, es galt unter anderem einen „Verletzten“ in ein im Wasser stehendes Fahrzeug zu bergen. Da Raffi es sich in seiner Trage schön gemütlich gemacht hatte durfte er gleich für 3 / drei! Teamfahrzeuge das Opfer spielen. Vorher haben sich der Raffi und der Harms, aneinander gefesselt,  und gegenseitig durch einen abgesteckten Parcour im Wald geschleift. Hinterher hat der Herr Harms noch mit seiner Seilwinde ein Brücke über den Fluss gebaut…

Ich habe mich nach einem kleinen Misserfolg an der Seilbrücke nur mit den Erste Hilfe Aufgaben begnügt und meinem Beifahrer das Bein geschient und eine Puppe wiederbelebt…. immerhin. Dem Leichtgewicht Fendi erging es auf der Seilbrücke besser.. ich glaube er hat als einziger im Team Punkte für diese Aufgabe erhalten.

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Wir beschlossen uns wieder dem eigentlichen Thema zu widmen und durchquerten erstmal den Fluss am Checkpoint. Die Furt war tückischerweise in der Ausfahrt mit querliegenden Baumstämmen versehen, was aber für unsere Fahrzeuge kein allzu großes Hindernis war.

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Diese Durchfahrt kennen wir eigentlich noch vom Vorjahr, sie ist eigentlich nicht besonders tief aber wir nehmen trotzdem die rostige alte Panzerbrücke…

 

 

 

 

 

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Immerwieder Wasser…..

Wir fahren bis in die Nachtstunden und kommen spät im Camp an, wo wir sehnlichst von unserem Küchenteam erwartet werden. Unsere Küchenschab… äh lieben freiwilligen Köche haben das Gelände früher verlassen um später unsere leeeeren Mägen zu füllen. Im Gemeinschaftszelt wird wieder viel gequatscht und das eine oder andere Kellchen geleert. Ich bin irgendwie müde und schleiche mich heimlich in mein Zelt um zu schlafen.

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Der nächste Morgen fühlt sich genau so kalt an wie er aussieht.. es ist neblig aber ein gelblicher Punkt hinter der Nebelwand verheisst einen sonnigen Tag. Wie am Vortag gibt es ein kleines Frühstück und schon sind wir wieder auf dem Weg ins Gelände. Wir finden mit GPS Koordinaten den entsprechenden Punkt an dem wir am Abend davor aus dem Roadbook ausgestiegen sind.

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Codesuche in alten Bunkern.

  Es gibt wieder Checkpoints an denen man sich Punkte dazuverdienen kann. So bereitet Monny einem der Marshalls eine kleine Mahlzeit, währen der Harms und ich uns jeweils Punte für einen Reifenwechsel im Hindernis verdienen. Yankee versucht sich in einer der vielen abgesteckten Trialpassagen.

Wir bekommen wieder sehr abwechslungsreiches Fahrgelände geboten, von sumpfigen Waldrändern, schlammigen Verschränkungspassagen bis zu breiten Pisten mit tiefen Wellen ist alles dabei.

Und natürlich wieder jede Menge Wasser… auf der Jagd nach den begehrten Punkten passiert es dann am Abend des zweiten Fahrtages… der Herr Harms legt den Grundstein für seinen neuen Spitznamen, während er seinen Volvo an einer ungünstigen Stelle im Wald einparkt. Aber seht selbst….

ein neuer Binnenschiffer besteht seine Taufe…

Wir entschließen uns ihn doch nicht in seinem neuen Stammmedium zu belassen und bergen ihn aus seiner misslichen Lage. Danach gehts direkt ins Camp zurück weil der Harms und der Raffi an einen warmen Zeltofen gesetzt werden müssen. Andere Teilnehmer trudeln auch langsam wieder im Camp ein. Es wird viel erzählt und das frisch erlebte reichlich ausgeschmückt. Der Abend klingt bei dem einen oder anderen Kellchen, das mit Gästen wie den Dirtdevils oder Landydoc geteilt wird, langsam aus.

Am letzten Morgen der Veranstaltung gilt es noch ein Mal pünktlich aufzustehen… die Roadbooks müssen zur Auswertung abgegeben werden. Danach gibt es ein reichliches british breakfast aus Monnys Feldküche. Es werden Spiegeleier, Speck, Würstchen, Bohnen etc.. kredenzt… zum Neid anderer Teams, die sich die letzten Tage nur von Tütensuppen ernährt haben, lassen wir es uns nochmal richtig gut gehen. Reichlich gestärkt können wir zur Siegerehrung antreten. Weil wir nicht alle die gleichen Aufgaben erledigt haben sind unsere einzeln gewerteten Volvos im ganzen Feld vertreten. Mich hat komischerweise sogar unser Küchenteam abgehängt, obwohl die beiden immer etwas früher aus dem Gelände verschwunden sind um für unser Wohl zu sorgen.

Memo an mich selbst..: Nächstes Mal mehr Einsatz und weniger Gnade mit dem Beifahrer zeigen !!!

Außer uns waren noch zwei Volvos auf dieser Pom unterwegs, die zwei grauen Eminenzen, Till mit seinem Steingrim und Sven mit seinem Dreiachser und reichlich Besatzung. Die „beiden“ wollten sich das volle Trophyprogramm geben und an Ceckpoints im Gelände nächtigen um noch mehr Punkte auf ihr Konto zu scheffeln. Sven hatte 3 wackere Mitstreiter an Bord, die für ihn reichlich Punkte gesammelt haben. Fairerweise ist er zur Siegerehrung vor versammelter Mannschaft von der Wertung zurückgetreten. Ich denke sie hatten auch ohne Plakette ihren Spaß.


Kommentare

32. Pomerania 2011 — 3 Kommentare

  1. Die habe ich weggelassen, damit keiner sieht, wie weit abgeschlagen ich hinter unserem Küchenteam auf der Liste stehe…. und das Du den Hauptpreis gewonnen hast ist ja eh jedem klar, mit dem Binnenschifferpatent hätte ich hier eh nix weiter anfangen können, die Elbe hat bei uns immer so wenig Wasser… da kommt man auch mit ner Luftmatratze durch 🙂

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