34. Pomerania 2012

Bei den meisten Bedrockern steht nach der Superkarpata im Frühjahr kein Offroadvergnügen mehr auf der großen Jahres-to-do- Liste… nur Till und mir ist noch nach einem kleinen Abendteuer zum Saisonabschluß. So melden wir uns relativ kurz entschlossen für die Herbstpomerania an. Die Vorfreude ist groß und nachdem ich einige kleine Verbesserungen am Volvo vorgenommen habe, fühle ich mich gut gerüstet die Veranstaltung auch einmal ohne die Dreiachserbergekompanie anzugehen. Unter anderem habe ich endlich auf die Standartteambereifung umgestellt, was sich im nachhinein als Problem herausstellt, weil mein Volvo nicht mehr in die Garage passt. Ein beherzter Spitzhackeneinsatz am Garagenboden behebt das Problem. Danach fahre ich noch schnell zur Tanke, weil der Superpluskurs gerade relativ gut steht. Wieder zurück an der Garage dringt ein häßliches Zischgeräusch an mein Ohr… das kann doch nicht wahr sein!!!!  Nagelneue Reifen und Schläuche…. ich verfluche alle bauschutttransportierenden Bauern der Umgebung und mache mich wieder auf  den Weg zum Reifenmonteur meines Vertrauens… also nocheinmal schnell quer durch die halbe Stadt. Dort stellt sich heraus das ein kleines Stück Folie der wirkliche Übeltäter war und nicht die zuerst verdächtigte Landbevölkerung… ich habe nur kurz ein schlechtes Gewissen… dafür ist einfach keine Zeit, einen Nachmittag bevor es losgeht.

Wir treffen uns wie gewohnt auf dem Rastplatz Bukowsee und genau wie in den Jahren davor verlängert sich die Wartezeit wegen einer Reifenpanne, diesmal an Tills gemieteten Anhänger.  Da wir nur im kleinen Kreis unterwegs sind und somit auch auf den sonst gewohnten Feldküchenkomfort verzichten müssen, beschließen wir die Nächte gleich auf dem Fahrgelände zu verbringen.

Soweit soll es leider nicht kommen….

 Till hat mit seinem Gespann kurz vor der Ankunft auf dem Campingplatz einen ziemlich hässlichen Unfall, so komme ich dazu die sonst als Sonderprüfung fälligen Übungen live und in Farbe anzuwenden. Nach vielen Stunden Wartezeit bei der polnischen Kriminalpolizei und Ungewissheit wie es Till geht, fahre ich mit meinem neuen Beifahrer Albi, den ich dieses Jahr eigentlich auf seine Leidensfähigkeit prüfen wollte, auf den altbekannten Campingplatz.

Wir verbringen einen Abend mit „Männergesprächen“ auf dem Bootssteg am See.

Am nächsten Tag wartet wieder ein Termin mit der Kriminalpolizei auf uns, vorher besuchen wir aber Till im Krankenhaus und können zu unserer Beruhigung feststellen, der Till wieder in der Lage ist bissige Kommentare abzugeben und rumzunörgeln. Der Hieb auf den Hinterkopf hat also augenscheinlich keinen größeren Schaden hinterlassen, trotzdem bemühen wir uns ihn so schnell wie es geht wieder in die Heimat zu befördern. Am Abend wird er von einem polnischen Bekannten der Pomeraniaveranstalter nach Deutschland gefahren. Albi und ich verbringen noch mal eine sehr regnerische Nacht auf dem Campingplatz. Es regnet teilweise so stark, das wir unser Essen hinten im Auto zubereiten.  Am nächsten Tag fahren wir wieder nach Drawsko Pomorskie um die restlichen Sachen aus Tills Autos zu holen. Das Vorhaben gerät nahezu zu einem halsbrecherischen Akt, weil Tills Volvo quasi kopfüber auf der Ladefläche des Abschleppfahrzeuges hängt und es natürlich auch schonwieder regnet, was die Kletterei in dem Wrack auch nicht unbedingt vereinfacht. Nachdem wir uns an der örtlichen Tankstelle ausreichend mit leckeren Sandwiches eingedeckt haben treten wir die Heimreise an, weil mir bzw uns nach den Erlebnissen der letzten Tage die Lust fehlt an den Start zu gehen.

R.I.P. Steingrim


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